Deutsche vermissen
Gerechtigkeit
Mehrheit für
deutliche Lohnsteigerungen / Unzufrieden mit Politikern
/ Trend für
Februar
Das Gefühl,
die sozialen Verhältnisse in Deutschland seien
ungerecht, hat
sich im Februar verstärkt. 62 Prozent der
Bundesbürger
sind laut Deutschlandtrend von Infratest dimap im
Auftrag der
ARD-Tagesthemen und der Frankfurter Rundschau dieser
Meinung
(Januar: 55 Prozent). Nur noch 35 Prozent sagen, es gehe
eher gerecht
zu (39 Prozent).
Die
Wahrnehmung einer Gerechtigkeitslücke geht einher mit der
Forderung,
Löhne und Gehälter müssten deutlich angehoben werden:
82 Prozent
stimmen zu. 67 Prozent haben den Eindruck, dass
Arbeit heute
nicht mehr so gut bezahlt wird wie früher. Ein
Drittel der
Erwerbstätigen (36 Prozent) macht sich Sorgen um den
eigenen
Arbeitsplatz, zugleich bezweifeln rund zwei Drittel,
dass die Suche
nach einem neuen Arbeitsplatz leichter geworden ist.
Der Rückhalt,
den die Bundesregierung in der Bevölkerung findet,
hat sich
binnen Monatsfrist kaum verändert. Wie im Januar
erklären vier
von zehn Bundesbürgern, sie seien mit der Arbeit
des Kabinetts
zufrieden oder sehr zufrieden. 42 Prozent sind
weniger
zufrieden und 19 Prozent lehnen den Kurs der großen
Koalition ganz
ab. Die Zufriedenheit mit einzelnen Politikern
hat generell
abgenommen -- mit drei Ausnahmen: Der
niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU)
verbuchte ein
Plus von 11 Prozent, Linksparteichef Oskar
Lafontaine
machte zwei Prozent gut und Grünen-Fraktionschefin
Renate Künast legte einen Punkt zu. Trotz Verlusten stehen an
der Spitze der
Liste Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)
und Kanzlerin
Angela Merkel (CDU).
Bei der Frage,
wen sie als Kanzler wählen würden, könnten sie
direkt
entscheiden, liegt Merkel mit 54 Prozent aber deutlich
vor Steinmeier
(29 Prozent). Auch bei einem Direktvergleich mit
dem
SPD-Vorsitzenden Kurt Beck schneidet die Kanzlerin klar
besser ab. Bei
den Anhängern seiner eigenen Partei könnte Beck
bei einer
Direktwahl knapp die Hälfte der Wähler überzeugen (47
Prozent).
Steinmeier als Kanzlerkandidat hätte größere Vorteile
bei den
Anhängern der Grünen (47 Prozent würden sich für ihn
entscheiden),
SPD-Vorsitzender Beck dagegen spricht mehr die
Anhänger der
Linken an (43 Prozent). FR
RHERRMANN
© Copyright Frankfurter Rundschau
Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 33)
Datum: Freitag, den 08. Februar 2008
Seite: 4
http://www.rp-online.de/public/article/regional/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/530181
Deutsche klagen: Es
geht immer ungerechter zu
Düsseldorf (gö-) Nokia, WestLB und
Börsenkrise haben Spuren in
der Stimmung
der bundesdeutschen Bevölkerung hinterlassen. 62
Prozent der
Bundesbürger sind nach einer aktuellen ARD-Umfrage
überzeugt,
dass es in Deutschland eher ungerecht zugeht. Das ist
gegenüber der
Vergleichsumfrage vom Januar ein Zuwachs um sieben
Prozentpunkte.
Die Unzufriedenheit beim Thema soziale
Gerechtigkeit
ist besonders in den neuen Bundesländern hoch:
Dort empfinden
76 Prozent der Befragten eine große
Ungerechtigkeit (plus zehn Punkte). Im Westen äußerten sich 58
Prozent
entsprechend (plus sechs Punkte).
Diese gefühlte
Ungerechtigkeit glauben die Deutschen besonders
durch
deutliche Erhöhungen von Löhnen und Gehältern bekämpfen zu
können. 82
Prozent der Befragten fordern dies. Immerhin 67
Prozent der
Bundesbürger sind der Meinung, dass "Arbeit heute
nicht mehr so
gut bezahlt wird wie früher".
Nur 40 Prozent
der Unternehmen gehen nach Meinung der Deutschen
"fair mit
ihren Beschäftigten um". Eine hohe Zahl von
Arbeitnehmern,
nämlich 35 Prozent, macht sich Sorgen um den
eigenen
Arbeitsplatz. Trotz der positiven Entwicklung auf dem
Arbeitsmarkt
sind auch nur 29 Prozent der Bürger optimistisch,
dass sie im
Falle eines Jobverlustes leichter als früher einen
neuen
Arbeitsplatz finden.
Diese
Unzufriedenheit beim Thema soziale Gerechtigkeit spiegelt
sich auch in
der Parteipräferenz wieder. Fände am kommenden
Sonntag eine
Bundestagswahl statt, könnte die Linke im Vergleich
zum Vormonat
um zwei Punkte auf elf Prozent zulegen.
Die SPD
verharrt bei 30 Prozent, die Grünen bei neun. CDU/CSU
verlören einen
Punkt auf jetzt 38 Prozent, die FDP bliebe bei
neun Prozent.
Für den
ARD-Deutschlandtrend wurden insgesamt 1500 Bürger befragt.
-
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.33
Datum: Freitag, den 08. Februar 2008
Seite: Nr.1
Menschen klagen über
unfaire Verteilung
08.02.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9
Zum Inhalt dieser Ausgabe
<https://www.jungewelt.de/2008/02-08/index.php> |
BBC-Studie:
Bevölkerungsmehrheit in 34 Ländern enttäuscht über
Resultate der
Globalisierung
Eine Umfrage der britischen BBC in 34 Ländern der Welt hat
ergeben, daß
im Durchschnitt fast zwei von drei Bürgern der Meinung sind,
die Gewinne
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