Düsseldorf, 20. Juni 2003
Pressemitteilung
Obdachloser verklagt Ordnungsdienst
Herr H. ist obdachlos und steht in der Nähe anderer Obdachloser
in der Altstadt. Der städtische Ordnungsdienst taucht auf, legt ihm
sofort Handfesseln an und bringt ihn für drei Stunden in Polizeigewahrsam.
Der Grund hierfür ist Herrn W. nicht bekannt. Gegen dieses Vorgehen
hat er Strafanzeige gestellt.
In den letzten Monaten wurde insgesamt nochmals deutlich öfter
und härter gegen Wohnungslose und Suchtkranke in der Altstadt vorgegangen.
Wohnungslose klagen, dass sie sich oft nicht einmal mehr für eine
halbe Stunde auf den Bänken am Burgplatz aufhalten dürfen. Allerdings
ist nur selten jemand bereit, sich juristisch gegen das Vorgehen der Ordnungskräfte
zu wehren. Ein fiftyfifty-Verkäufer erzählt: "Ich habe einfach
Angst. Die sind immer mit mehreren unterwegs und vor Gericht glaubt einem
wie mir dann doch eh keiner."
Herr H. hat sich jetzt jedoch entschlossen einen Anwalt einzuschalten.
Die anonymisierte Strafanzeige liegt als Anlage bei.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Hubert Ostendorf
(Redaktion fiftyfifty)
Für Nachfragen stehen ihnen Marion Gather (Altstadt-Armenküche)
unter der Telefonnummer 0211/3237662 und Oliver Ongaro (fiftyfifty-Streetwork)
unter der Telefonnummer 0211/6012736 zur Verfügung.