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ORDNUNG / Filmbericht zeigt OSD-Mitarbeiter auf einer öffentlichen Damentoilette. Ein Ausnahmefall, sagt Dezernent Werner Leonhardt. 100 Bußgelder à 250 Euro wegen sexueller Aktivitäten. Wenn städtische Mitarbeiter in einer öffentliche Damentoilette schnüffeln und sich dabei auch noch freiwillig vor die Kamera des Amüsiersenders RTL begeben, bleibt das nicht ohne Folgen. Zwar mochte Ordnungsdezernent Werner Leonhardt gestern nicht auschließen, dass OSD-Männer im Ausnahmefall weiterhin in Damentoiletten für Ordnung sorgen. "Aber Fernsehaufnahmen mit OSD-Mitarbeitern wird es nicht mehr geben", stellte er klar, "da kann man als Stadt nur verlieren, weil eh´ negativ berichtet wird." Leonhardts Ausführungen über Klo-Kontrollen erregten im Ausschuss für Ordnung und Verkehr keineswegs Heiterkeit. Der Filmbericht, Titel "Ordnung muss sein", dessen Aufnahmen etwa ein Jahr alt sind, zeigt unter anderem, wie ein OSD-Mitarbeiter flach auf dem Boden einer Damentoilette liegt, um unter die Tür zu gucken. Später öffnet er sie einen Spalt, dahinter, so ist zu erfahren, sitzt eine alte Frau. Auf Anfragen von SPD und Grünen erklärte Leonhardt, dass die Kontrolle öffentlicher Toiletten zu den Daueraktivitäten des OSD zählen. Anlass waren vor gut zwei Jahren zunehmende Beschwerden über, so Leonhardt, "zweckfremde Aktivitäten". Im Kern geht es um Schwulen-Sex oder Drogenmissbrauch. 2003 seien 89 Personen aus Toilettenkabinen geholt worden, die "sexuelle Handlungen an sich oder anderen ausgeübt haben". Bußgeld: jeweils 250 Euro. In diesem Jahr waren es bislang elf. Keine Aktion gegen Schwule Leonhardt stellte klar, dass in der Regel OSD-Frauen die Damentoiletten kontrollierten, in Notfällen, auf die er nicht näher eingehen wolle, aber auch einmal ein Mann. Leonhardt bestritt, dass der OSD mit Lockvogel-Methoden arbeite und betonte, dass es hier nicht um Aktionen gegen Schwule gehe. "Da mehrere der betroffenen Männer gesagt haben, sie würden sich dort treffen, weil sie Angst vor der gesellschaftliche Ächtung hätten", so der Dezernent, "müssen sich die Gruppen und Initiativen stärker mit dieser Problematik befassen." SPD und FDP schlugen vor, über den Einsatz von Toilettenfrauen nachzudenken. Der Liberale Manfred Neuenhaus: "Diesem Problem kommt man nicht mit dem OSD bei."
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