Düsseldorf- OB Erwin
Krach um Stadt-Sheriffs
Von BODO FUHRMANN
Stadt-Sheriffs werden zur Glaubensfrage. Und wer
gegen die von OB Erwin geforderte Aufstockung der städtischen Ordnungs- und
Servicekräfte stimmt, wird gnadenlos abgewatscht.
Das
bekam jetzt die FDP zu spüren. Hinter verschlossenen Türen hatte ihr Vordenker
Manfred Neuenhaus gegen eine Aufstockung der Sheriffs um 30 Nasen auf die neue
Sollstärke von 173 gestimmt.
CDU, SPD und Grüne waren überrascht. Hatten sie doch fest mit einer
Zustimmung gerechnet. Zumal die FDP zuvor mit der CDU für eine Ausweitung der
Doppelstreifen aus Polizei und Sheriffs votiert hatte. Man wollte so
Polizeichef Herbert Schenkelberg beim Wort nehmen. Denn er hatte versprochen,
für jeden neuen ausgebildeten Sheriff einen Beamten für weitere Doppelstreifen
abzukommandieren.
Doch dann die Weigerung der FDP, mehr Sheriffs einzustellen. Prompt kam
Erwins Antwort: „Völlig schizophren, dieses Verhalten der FDP.“ Im Klartext:
Die Liberalen - ein Fall für den Arzt, den Psychiater.
Doch wer glaubt, das Tischtuch zwischen den bürgerlichen Partnern sei (mal
wieder) zerschnitten, der irrt. Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann
springt Neuenhaus zur Seite. „Erstens haben wir kein Bündnis mit dem OB,
sondern allein mit der CDU. Und zweitens gibt es Worte, die fallen voll auf den
Absender zurück.“
Und Strack-Zimmermann macht klar, dass es gar keinen Widerspruch gebe. Die
FDP sei sehr wohl für mehr Doppelstreifen, vor allem anstelle von mehr
Videokameras. Aber sie fordert zuvor eine bessere Ausbildung der Sheriffs. Als
Hans-Otto Christiansen (SPD) die Ordnungs- und Service-Truppe für Düsseldorf
„erfand“, war eine abgeschlossene Berufsausbildung Einstellungsvoraussetzung.
Jetzt sei nur noch Berufserfahrung notwendig. „Zu wenig für so einen heiklen
Job“, meint die FDP-Chefin. „Und da hilft auch nicht die neu gekaufte
Schussweste für alle Sheriffs. Das ist kein Ersatz für Ausbildung.“
[24.11.2007] exp.