10.03.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 1 jw
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Manager mit
Einkommensplus von 16 Prozent
Durchschnittliche
Vorstandsbezüge in DAX-Unternehmen um 400000 auf
knapp 2,9
Millionen Euro gestiegen
Von Herbert Wulff
Während Unternehmer und Manager den Beschäftigten in den
aktuellen
Tarifauseinandersetzungen Lohnzurückhaltung predigen, langen
sie selbst
kräftig zu. So sind die Vergütungen der deutschen Spitzenmanager
einem
am Samstag veröffentlichten Bericht von Welt online zufolge
im
vergangenen Jahr um durchschnittlich 16 Prozent gestiegen.
Durchschnittlich knapp 2,9 Millionen Euro im Jahr bekommt
der Manager
eines im Börsenindex DAX notierten Unternehmens laut
Welt-online. Das
sind 400000 Euro mehr als im Jahr 2006. Die Berechnung
basiert auf den
14 bislang bekannten Geschäftsberichten der insgesamt 30
DAX-Unternehmen.
Offenbar für völlig normal hält dies Dietrich Becker von der
Investmentbank Parella Weinberg
Partners, der auf der Internetseite mit
dem Argument zitiert wird, der Anstieg der Bezüge sei mit
besseren
Leistungen der Manager einhergegangen. Was in diesem
Zusammenhang
»Leistung« bedeutet, zeigt der Fall Dieter Zetsche, der ganz oben auf
der Liste der Topverdiener zu finden ist. Um 40 Prozent auf
mehr als
zehn Millionen Euro konnte der Daimler-Chef seine Bezüge im
vergangenen
Jahr steigern -- wohl eine Anerkennung seiner »Leistungen«
bei der
Vernichtung Tausender Arbeitsplätze bei dem Autobauer. Daß die Einkommen
der Manager aber auch ganz unabhängig vom Unternehmenserfolg
wachsen
können, belegt das Beispiel Infineon:
Bei dem Chiphersteller stiegen die
Vorstandsvergütungen 2007 um 17,2 Prozent -- obwohl das
Unternehmen
einen größeren Verlust als im Vorjahr einfuhr.