Armut wächst im Osten

DIW sieht stärkere Ungleichheit

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Frankfurt a.M. · 13.Juli · rb · Einkommensungleichheit und Armut haben im Jahr 2004 in Ostdeutschland weiter - wenngleich geringfügig - zugenommen, während sie in Westdeutschland konstant geblieben sind. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung auf der Basis von Untersuchungen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Ursache dafür ist vor allem die in Ostdeutschland stark gestiegene Arbeitslosigkeit.

Bei den realen, verfügbaren Einkommen erreichte Ostdeutschland im Jahr 2004 mit einem Pro-Kopf-Betrag von 15 500 Euro lediglich noch 80 Prozent des westdeutschen Niveaus und ist damit wieder auf den Stand von 1994 zurückgefallen. Jeder fünfte Ostdeutsche lebt inzwischen unter der Armutsgrenze (weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens), im Westen ist es jeder siebte. Besonders deutlich zeigt sich das Auseinanderdriften zwischen Ost und West bei der Verteilung der am Markt erwirtschafteten Einkommen (Löhne und Kapitaleinkünfte): So wurde 2004 im Osten nur noch 63 Prozent des westdeutschen Markteinkommens und damit der niedrigste Wert seit dem Mauerfall erzielt.

Diese Ungleichheit der Markteinkommen sei angesichts der Tatsache, dass bereits über 40 Prozent der Ost- und knapp 20 Prozent der Westdeutschen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren entweder selbst oder indirekt von Arbeitslosigkeit eines Haushaltsmitglieds betroffen sind, durch Umverteilung nicht mehr im bisherigen Ausmaß zu korrigieren, betont das Institut. Deshalb komme es vor allem auf eine Mobilisierung der Wachstumskräfte zum Abbau der Arbeitslosigkeit an.

Eine mögliche Reform stelle die derzeit diskutierte stärkere Steuerfinanzierung der Sozialkassen dar. Daneben sei aber auch die intensivere Förderung von Bildung und Ausbildung nötig, was potenziell die Beschäftigungschancen steigere.

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Dokument erstellt am 13.07.2005 um 17:08:46 Uhr

Erscheinungsdatum 14.07.2005

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