Wie nützlich ist Schuldnerberatung?
VON GÖKÇEN STENZEL
Wie wirksam ist Schuldnerberatung? Um diese Frage zu
beantworten, hat
das Bundesfamilien-Ministerium eine Studie in Auftrag
gegeben - und zwei
Düsseldorfer Beratungsstellen machen mit, lassen sich auf
ihren Nutzen
prüfen. "Wir sind davon überzeugt, dass sich unsere
Beratungen lohnen -
für die Klienten und die Kommune", sagt Peter Arnold
von der
Awo-Beratungsstelle. Sein Kollege
Uli Wagner von der Beratung für
Langzeitarbeitslose an der Bolkerstraße
ergänzt: "Und weil wir das
beweisen wollen, machen wir mit."
Beweisen, dass überschuldete Familien mit Hilfe der Berater entschuldet
und entlastet werden können. Dass viele wieder auf die Beine
kommen -
auch seelisch. "Bei einer vergleichbaren Studie in
Köln", sagt
Wissenschaftler Ulrich Walbrühl,
"konnten wir zeigen, dass die Klienten
durch die Beratungsstellen innerhalb eines Jahres ein
Sechstel weniger
verschuldet waren. Jeder Fünfte kam wieder in Arbeit." Walbrühl gehört
zu den Autoren der Studie, die von der
Organisations-Entwicklungs-Firma
KWuP, Gummersbach, erstellt wird.
Solche Ergebnisse wünschen sich Arnold und Wagner auch für
ihre
Beratungsstellen. 250 Menschen suchen im Jahr die Awo-Stelle auf,
weitere 400 die Bolkerstraße in
evangelischer Trägerschaft. Insgesamt 45
neue Klienten sind jetzt per Bogen nach ihrer Situation
befragt worden;
in einem halben Jahr wird die Befragung wiederholt. Die
Ergebnisse
fließen in die bundesweit ausgeschriebene Studie - und
schließlich in
den Armutsbericht der Bundesregierung 2007 ein.
In Düsseldorf haben nach Erhebungen von "Creditreform" in diesem Jahr
bisher 824 Privatpersonen Insolvenz angemeldet, 35,8 Prozent
mehr als
2005. Insgesamt liegt Düsseldorf beim Anteil der
Überschuldungen weit
über Bundesdurchschnitt, Tendenz steigend.
- /GÖKÇEN STENZEL
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf-Nord
Ausgabe: Nr.274
Datum: Samstag, den 25. November 2006
Seite: Nr.12