Weniger kleine Kinder müssen sterben

Unicef lobt Fortschritte im Kampf gegen die Sterblichkeit in Entwicklungsländern

Im Kampf gegen die Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern hat es laut Unicef wichtige Fortschritte gegeben. Die Zahl der Jungen und Mädchen, die vor ihrem fünften Geburtstag an meist heilbaren Krankheiten starben, sank weltweit von 13 Millionen 1990 auf 9,7 Millionen im vergangenen Jahr und damit erstmals unter die Zehn-Millionen-Grenze.

Das entspreche einem Rückgang um 24 Prozent, teilte das UN-Kinderhilfswerk am Donnerstag in New York und Köln mit. Unicef-Direktorin Ann Veneman sprach von einem „historischen Augenblick“. Zugleich betonte sie: „Das Sterben von 9,7 Millionen Kindern ist nicht hinnehmbar. Ein Großteil dieser Todesfälle ist vermeidbar.“

Der Grund für die Fortschritte ist Unicef zufolge vor allem ein besserer Zugang für die Kleinsten in vielen armen Ländern zu Impfschutz, besserer Hygiene oder Vitamin-Gaben. Die internationale Gemeinschaft hatte sich im Jahr 2000 auf dem sogenannten UN-Millenniumsgipfel das Ziel gesetzt, bis 2015 die Kindersterblichkeit im Vergleich zu 1990 um zwei Drittel zu senken.

Am schlechtesten sind die Überlebenschancen armer Kinder in ländlichen Gebieten. In Afrika südlich der Sahara sterben jedes Jahr 4,8 Millionen Kinder, in Südasien 3,1 Millionen.

Aids macht Erfolge zunichte

Die Aids-Epidemie habe Fortschritte in vielen Ländern im südlichen Afrika zunichte gemacht. Dennoch gebe es auch hier Erfolge – etwa in Äthiopien, Mosambik, Namibia, Niger, Ruanda, Tansania und Malawi, mit einer in den meisten Fällen um 20 Prozent gesunkenen Kindersterblichkeit.

Die größten Fortschritte wurden in den vergangenen sieben Jahren in der westafrikanischen Inselgruppe São Tomé und Principe gemacht. Hier sank die Todesrate von unter Fünfjährigen um fast die Hälfte, in Madagaskar um 41 Prozent, in Marokko, Vietnam und der Dominikanischen Republik um rund 30 Prozent. In den Industrieländern sterben von 1000 Neugeborenen sechs vor ihrem fünften Geburtstag. dpa

 

DPA

 

 

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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 214)

Datum: Freitag, den 14. September 2007

Seite: 8