Kinderarmut nimmt zu - Caritas schlägt Alarm

 

 

        Der deutsche Caritasverband befürchtet eine Verfestigung der

        Kinderarmut in Deutschland. Mehr als zwei Millionen Kinder unter

        14 Jahren in Deutschland seien arm und lebten in Haushalten, die

        nicht für sich selbst sorgen können, sagte der Präsident des

        katholischen Verbandes, Peter Neher. Vor allem der Anstieg der

        Kinderarmut sei bedrückend.

 

 

        Der Darmstädter Sozialwissenschaftler Walter Hanesch warnt

        zudem, dass sich wegen der Wirtschaftskrise die soziale Lage

        vieler Kinder weiter verschlechtere. Schon heute lebe jedes

        vierte Kind unter der Armutsgrenze, "und das, obwohl Politiker

        aller Parteien sich in der Theorie darin einig sind, dass eine

        solche Situation untragbar ist", sagte Hanesch. In der Praxis

        aber habe die Politik in den vergangenen Jahren mehr soziale

        Ungleichheit in Deutschland zugelassen, um die wirtschaftliche

        Dynamik zu fördern. Kinder, die über eine längere Zeit in Armut

        leben, trügen ein größeres Risiko, in der Schule schlecht

        abzuschneiden und später unter beruflichen Beeinträchtigungen zu

        leiden, erläuterte Hanesch. ddp/epd

 

 

          RVFUNK

 

 

 

© Copyright Frankfurter Rundschau

Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 302)

Datum: Samstag, den 27. Dezember 2008

Seite: 7

 

 

 Weniger Geld für Arme

30.12.2008 / Inland / Seite 4Inhalt

<http://www.jungewelt.de/2008/12-30/index.php>

------------------------------------------------------------------------

 

 

    Bündnis gegen Kinderarmut durch Hartz IV fordert sofortige Erhöhung

    des Regelsatzes

 

Familien erhalten ab 1. Januar für das erste und zweite Kind monatlich

je zehn Euro mehr, für jedes weitere Kind gibt es 16 Euro zusätzlich.

»Die Bundesregierung erkennt damit an, daß alle Kinder mehr brauchen«,

kommentierte am Montag das Bündnis gegen Kinderarmut durch Hartz IV in

einer gemeinsamen Presseerklärung mit sechs Erwerbslosenverbänden die

geringfügige Aufstockung. »Nur Kinder aus Hartz-IV-Familien schließt sie

von der Erhöhung aus, denn bei ihnen wird das Kindergeld auf ihren

Regelsatz angerechnet«, heißt es in der Stellungnahme, die unter anderem

vom Tacheles Sozialhilfe e.V. und der Koordinierungsstelle

gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen unterzeichnet ist. Noch schlimmer

sei allerdings, daß die Bundesregierung daran festhalte, Kindern im

Alter von sieben bis 17 weiterhin nur die um rund 40 Euro gekürzte

Regelleistung zu zahlen. Das bedeute für 2009, »zehn Euro mehr für die

einen -- 40 Euro weniger für die anderen.«

 

Seit Einführung von Hartz IV weigere sich die Regierung anzuerkennen,

daß Kinder von sieben bis 13 Jahren wachstumsbedingt einen höheren

Regelsatz brauchen als Säuglinge und daß Jugendliche einen höheren

Bedarf haben als erwachsene Haushaltsangehörige. Das Bündnis gegen

Kinderarmut durch Hartz IV fordert deshalb die sofortige

Wiederanerkennung des Wachstumsbedarfs von Kindern. Der Regelsatz von

Kindern zwischen sieben und 13 Jahren müsse wieder 20 Prozent höher sein

als der von Säuglingen, also von 211 auf 253 Euro angehoben werden. 14

bis 17jährige müssten 316 Euro, also 90 Prozent des Eckregelsatzes statt

80 Prozent (281 Euro) bekommen. Diese Forderung wird bisher von über 200

Organisationen und zahlreichen Prominenten, darunter Detlev Hensche,

Prof. Rudolf Hickel und Christoph Butterwegge untersützt.

 

(jW)

 

/www.kinderarmut-durch-hartz4.de <http://www.kinderarmut-durch-hartz4.de>

/