Wachstum mit Schönheitsfehlern
Bruttoinlandsprodukt steigt 2006 um 2,5 Prozent / Reallöhne
sinken
Der Aufschwung hat im vergangenen Jahr alle Prognosen
übertroffen: Die
Wirtschaft wuchs um 2,5 Prozent. Das ist die stärkste
Belebung seit dem
Boomjahr 2000, als das Wachstum plus 3,2 Prozent betrug.
Frankfurt a. M. . Der Wert ist umso beachtlicher, als im
Jahr 2006 zwei
Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als 2005. Kalenderbereinigt
ergibt sich daher sogar eine Wachstumsrate des
Bruttoinlandsprodukts von
2,7 Prozent, berichtete der neue Präsident des Statistischen
Bundesamtes, Walter Radermacher, am Donnerstag in Frankfurt
am Main. Die
Wachstumsprognosen für 2006 hatten vor einem Jahr noch
zwischen 1,0 und
1,8 Prozent gelegen. 2005 hatte die deutsche
Wirtschaftsleistung nur um
0,9 Prozent expandiert.
Im internationalen Vergleich stellte Deutschland damit den
Anschluss an
die Spitzenreiter wieder her, sagte Radermacher. Das
deutsche Wachstum
liegt etwa im Durchschnitt der Länder der Eurozone.
Das kräftige Wachstum ließ auch die Steuerquellen sprudeln.
Der
Staatssektor, bestehend aus Bund, Ländern, Gemeinden und
Sozialversicherungen, hatte im Jahr 2006 nur noch ein
Finanzierungsdefizit von 46,5 Milliarden Euro. Bezogen auf
das
Bruttoinlandsprodukt sind das 2,0
Prozent. Damit wurde erstmals seit dem
Jahr 2001 wieder der Referenzwert nach dem Maastrichtvertrag
von drei
Prozent unterschritten. Der größte Teil des Defizits
entfällt auf den
Bund mit 37,2 Milliarden Euro, die Länder verbuchten eine
Lücke von 12,5
Milliarden, die Kommunen hatten ein nahezu ausgeglichenes
Saldo und die
Sozialversicherung einen Überschuss von knapp vier
Milliarden.
Die Reallöhne sanken 2006 um rund zwei Prozent, während die
Unternehmensgewinne kräftig anzogen. Brutto legten die
Einkommen der
Arbeitnehmer um 0,7 Prozent zu. Nach Abzug der Steuern und
Sozialbeiträge blieb netto ein Minus von 0,3 Prozent auf den
Lohnzetteln. Dem steht eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent
gegenüber. Die
Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen kletterten
um 6,9
Prozent. Roland Bunzenthal
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RBUNZENTHAL
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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 10)
Datum: Freitag, den 12. Januar 2007
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