Schnelle Einführung
des Sozialtickets gefordert
(vpa) Die Initiative für ein Sozialticket in
Düsseldorf stellte das Konzept „Aktion Freifahrt“ vor und bekräftigte jetzt
ihre Forderung, möglichst schnell ein Sozialticket einzuführen: Dies hatte
der Verwaltungsrat des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zum 1. Juni 2011
beschlossen. Das Ticket soll 22,50 Euro kosten. Die Mitglieder der Initiative
haben jedoch Zweifel, ob das Ticket tatsächlich zu diesem Datum eingeführt
werden wird, da die vergünstigte Fahrkarte aus Landesmitteln finanziert
werden soll. Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes NRW über den
Nachtragshaushalt steht aber noch aus.
Den Preis von 22,50 Euro pro Monatsticket bezeichnete Holger Kirchhöfer, Koordinator der Initiative, als „inakzeptabel“.
Die Initiative veranschlagte den Höchstpreis bei 15 Euro. „Diese Summe ist
angelehnt an die 11,49 Euro, die im Hartz IV-Satz
für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel enthalten sind“, erklärte Kirchhöfer. „Auch viele Rentner können sich die regulären
Monatskarten des VRR nicht leisten“, ergänzte Thorsten Nolting
von der Diakonie Düsseldorf, „gerade alte Menschen sind aber auf Mobilität
angewiesen, um weiterhin soziale Kontakte zu pflegen und Arztbesuche zu
machen.“
Besitzer verschiedener VRR-Monatskarten und von
Semestertickets sind berechtigt, wochentags nach 19 Uhr und am Wochenende
sowie an Feiertagen weitere Personen kostenfrei mitzunehmen. „Die
Bereitschaft dazu kann man mit einem roten Anstecker
zeigen“, so Thomas Giese, der im Zakk an der
Fichtenstraße das Mittwochsfrühstück für Erwerbslose organisiert. Er betonte,
es sei „menschenunwürdig“, arme Menschen derart in ihrer Mobilität
einzuschränken. „Die ,Aktion Freifahrt? kann nur als Notmaßnahme dienen, bis
es das Sozialticket gibt“, sagte auch Kirchhöfer.
Die Anstecker werden regelmäßig an Haltestellen
verteilt und sind unter anderem in der Altstadt-Armenküche
, Burgplatz 3 und in der fiftyfifty-Galerie,
Jägerstraße 15, erhältlich.
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