Schlechte Zeiten für Häuslebauer

 

GRUNDSTÜCKSPREISE / In Düsseldorf ist Grund und Boden am teuersten. Mehr Anträge auf Wohngeld.

Häuslebauer leben in schlechten Zeiten: Wegen steigender Kreditzinsen und weil die Eigenheimzulage fortfällt, wird das Bauen teurer. Und nach wie vor, so meldete es gestern auch NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP), sind die Grundstückspreise in der Landeshauptstadt mit 440 Euro pro Quadratmeter für mittlere Lagen immer noch die Höchsten. Doch auch gebrauchte Einfamilienhäuser sind fast so teuer wie Neubauten, dokumentiert der Geschäftsbericht des Wohnungsamtes für das vorige Jahr. Die Preise stiegen um knapp 200 auf 1953 Euro pro Quadratmeter.

Niedrige Grenzen für Wohnzuschuss

Im vergangenen Jahr erhielten 58 Einfamilienhäuser staatliche Zuschüsse, dazu kamen 38 Eigentumswohungen. Im gleichen Zeitraum entstanden 146 geförderte Mietwohnungen. Das ist aber nur ein Grund, warum auch Mieter von Sozialwohnungen vorausdenken müsen: Allein 11 720 bezahlbare Unterkünfte von insgesamt noch 31 600 fallen in den kommenden Jahren aus der Preisbindung, drei Viertel davon in den nächsten vier Jahren.

Dagegen stehen 8482 Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein, und allein 17 000 Menschen beziehen Wohngeld - und sie sind wegen ihres geringen Einkommens auf billige Mieten angewiesen.

"Je stärker die Wirtschaftsflaute, je weniger die Menschen verdienen, desto mehr Anträge auf Wohngeld wird es geben," sagt Thomas Nowatius vom Wohnungsamt. In der Landeshauptstadt wurden 2005 durchschnittlich 145 Euro Zuschuss zur Miete gezahlt.

Insgesamt bekamen 9734 Alleinstehende Wohngeld (57 Prozent), auch unter den Antragstellern waren 2005 die meisten Alleinstehende (2932), gefolgt von Migranten (2085), Menschen über 60 Jahren (927), und kinderreichen Familien (407). Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bezieht, bekommt kein Wohngeld.

Da die gesetzlich festgelegten Grenzen für einen Mietzuschuss niedrig liegen, brauchen vor allem die gering Verdienenden billige Wohnungen in der Stadt - das sind laut Wohnungsamt 89 Prozent der Antragsteller.

Für den Mietzuschuss darf ein Paar nur 1140 Euro Nettoeinkommen haben, die Miete höchstens bei 455 Euro kalt, mit Nebenkosten, liegen.


16.06.2006    JO ACHIM GESCHKE