Rekordgewinne und Stellenabbau

Deutsche Konzerne verzeichnen 2005 Zuwächse wie noch nie zuvor /

Vorstandsbezüge steigen kräftig

Die deutschen Konzerne verdienen so viel wie nie - und die Manager

kassieren kräftig mit. Der Arbeitsmarkt im Inland profitiert vom Rekordjahr

2005 kaum. Hier sinkt die Beschäftigung in den Großunternehmen.

 

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (ddp)

+ Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (ddp)

Frankfurt a. M. · Die Gewinne der 30 führenden Konzerne in Deutschland

machen gewaltige Sätze nach oben. Sie sind im Jahr 2005 um 36 Prozent auf

51 Milliarden Euro gestiegen - so stark wie noch nie zuvor. Ihre weltweiten

Verkaufserlöse überschritten zugleich erstmals die Billionen-Grenze. Das

ergibt eine Auswertung der frisch veröffentlichten Geschäftsberichte für

2005 durch die Frankfurter Rundschau.

 

Auch die Bezüge der Vorstände legten teilweise kräftig zu.

Entgelt-Spitzenreiter bleibt Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann, dessen

Bezüge um 18 Prozent auf knapp zwölf Millionen Euro im Jahr erhöht wurden.

Insgesamt kassiert der vierköpfige Vorstand rund 29 Millionen, ein Plus von

14 Prozent.

 

Einige hoch bezahlte Londoner Investmentbanker des Frankfurter Finanzriesen

dürften allerdings deutlich höher als Ackermann und seine Vorstandskollegen

vergütet werden. Deren erfolgsbezogene Gehälter zählen jedoch zu den

bestgehüteten Geheimnissen der Bank. Das Großkunden- und

Kapitalmarktgeschäft steuerte 2005 den Löwenanteil zum Rekordgewinn von gut

3,5 Milliarden Euro bei.

 

Gewinn 2005 (FR-Infografik)

+ Gewinn 2005 (FR-Infografik)

Im Schnitt verdienen die Vorstandsmitglieder der 30 größten im Deutschen

Aktienindex (Dax) gelisteten Unternehmen 2,5 Millionen. Ein Vergleich der

Unternehmensbilanzen zeigt, dass der Autokonzern Daimler-Chrysler mit 142

Milliarden Euro weiterhin das umsatzstärkste deutsche Unternehmen ist. Nach

der Zahl der Beschäftigten liegt dagegen die Deutsche Post vorn. Den

höchsten Gewinn verzeichnete der Energieriese Eon, der seinen Überschuss um

266 Prozent auf 7,5 Milliarden steigern konnte.

 

Insgesamt arbeiten bei den 30 Dax-Unternehmen rund 3,7 Millionen Menschen -

200 000 mehr als zuvor. Dabei sinkt jedoch die Zahl der im Inland

Beschäftigten. Ein Beispiel ist die Allianz, die im Inland 3500 Stellen

abbaut. Auch VW, Henkel oder Telekom reduzierten ihre Stellen in Deutschland.

 

Von den höheren Gewinnen der Unternehmen profitieren nicht nur die

Vorstände, sondern auch die Aktionäre. Eine Erhöhung der Dividende je Aktie

von 55 auf 95 Cent (plus 73 Prozent) wie zuletzt bei Bayer ist zum Beispiel

eher die Regel als die Ausnahme. Deutliche Zurückhaltung üben die

Unternehmen dagegen beim Thema Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer. Es

taucht allenfalls am Rande vereinzelter Geschäftsberichte auf. R.

Bunzenthal/B. Salzmann

 

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Dokument erstellt am 23.03.2006 um 17:44:06 Uhr

Erscheinungsdatum 24.03.2006