Reallöhne schrumpfen
Stagnierender Konsum
Wiesbaden · Die Verbraucher in Deutschland können sich heute
weniger leisten als vor 15 Jahren. Die Nettoeinkommen der privaten Haushalte
sind seit Anfang der 90er Jahre real – das heißt nach Abzug der
Preissteigerungen – insgesamt um zwei Prozent gesunken, wie das Statistische
Bundesamt berichtete. 2005 verfügte jeder Haushalt durchschnittlich netto über
33 700 Euro pro Jahr. Nominal waren das zwar etwa 30 Prozent mehr als 1991 mit
26 000 Euro. „Nach Abzug der Preissteigerungen für die Lebenshaltung stand den
Haushalten im Durchschnitt aber weniger Einkommen zur Verfügung“, meldeten die
Wiesbadener Experten.
Die Statistik weist als Haushaltseinkommen alle Einkünfte
der Haushaltsmitglieder aus, das heißt neben Lohn oder Gehalt zählen auch
Rente, Sozialhilfe, Kindergeld und Einkommen aus Vermögen dazu.
Ein wesentlicher Grund für die stagnierenden
Haushaltseinkommen sind die geringen Lohn- und Gehaltssteigerungen der
vergangenen Jahre.
Von 1991 bis 2005 kletterten die tariflichen Bruttoeinkommen
nach Berechnungen des gewerkschaftsnahen WSI-Tarifarchivs um 43 Prozent,
inflationsbereinigt ergab sich ein Plus von nur 8,3 Prozent.
Volkswirte sehen die schrumpfenden Einkommen als
wesentlichen Grund für den schwachen Konsum, der in Deutschland seit Jahren
stagniert hat. Der private Verbrauch trägt mit zwei Drittel zum Wachstum bei
und ist damit ein wesentlicher Pfeiler der Konjunktur. dpa
RWENZEL
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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 277)
Datum: Dienstag, den 28. November 2006
Seite: 1
Geld ist in Deutschland weniger wert als 1991
Wiesbaden (RP) Die Deutschen können sich für ihr verdientes
Geld weniger leisten als unmittelbar nach der deutschen Einheit 1991. Das ist
das Ergebnis einer vergleichenden Untersuchung des Statistischen Bundesamtes in
Wiesbaden. 2005 lag das durchschnittliche Einkommen der Bundesbürger danach bei
33700 Euro.
Das sind zwar in der Summe etwa 30Prozent und damit deutlich
mehr als 1991, als die Bundesbürger durchschnittlich mit 26000 Euro auskommen
mussten. Doch: „Real, das heißt nach Abzug der Preissteigerungen für die
Lebenshaltung, stand den Haushalten 2005 im Durchschnitt zwei Prozent weniger
Einkommen zur Verfügung als 1991“, so der Bericht der Statistiker.
Am stärksten zulegen konnten die Haushalte von
Selbstständigen: Ihr Nettoeinkommen stieg von 77200 Euro 1991 auf 106900 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von 38 Prozent. Allerdings müssten die meisten
Selbstständigen aus dem Nettoeinkommen noch ihre Altersvorsorge bestreiten. Das
Einkommensgefälle in dieser Gruppe ist darüberhinaus
besonders groß.
Arbeitnehmer-Haushalte verfügten durchschnittlich über rund
36000 Euro. Dabei konnten Beamte knapp 43000 Euro ausgeben, Angestellte gut
38000 und Arbeiter etwa 30000.
Einkommen lag 2005 im Durchschnitt bei 33700 Euro
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Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.276
Datum: Dienstag, den 28. November 2006
Seite: Nr.1
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