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Düsseldorf. Es gibt in der
NRW-Landeshauptstadt einen gespaltenen Arbeitsmarkt – und für den Wohnungsmarkt
kann man das gleiche konstatieren. Während die Langzeitarbeitslosen beim
Jobsuchen die Verlierer sind, stehen auch die auf eine Sozialwohnung
Angewiesenen (derzeit 4770 Suchende) schlecht da. Bezahlbarer Wohnraum wird zur
Rarität: Ende 2005 gab es 31 631 Sozialwohnungen, elf Prozent weniger als 2004.
Und ihre Zahl wird bis 2016 auf gerade mal 11 720 sinken, sagte Dezernent
Burkhard Hinztsche gestern im Wohnungsausschuss, als
er den Wohnungsmarktbericht 2006 vorstellte.
Mit den Neubauten kommt die Stadt auch nicht so hinterher
wie gewünscht: Nur 746 Einheiten wurden 2005 fertiggestellt
– ein Rückgang um fast 33 Prozent gegenüber 2004. Immerhin wurden 1117
Baugenehmigungen erteilt.
Ausschuss-Vorsitzender Hans-Jochem Witzke
(SPD), seit kurzem auch Vorsitzender des Mietervereins, forderte deshalb ein
neues kommunales Wohnungsbauprogramm. „Wir sind als Stadt gefordert, Familien
und Senioren zu unterstützen. Preiswerter Wohnraum geht dramatisch zurück.“ Und
Investoren stehen nicht gerade Schlange, wie Günter Pruchniewski
(CDU) anmerkte: „Die Düsseldorfer Wohnungsgesellschaften halten sich vornehm
zurück.“ Antonia Frey (Grüne) vermisst ein Konzept, um den Verlust an günstigem
Wohnraum zu kompensieren: „Die Ausweisung von Baugebieten für hochwertiges
Wohnen geht am sozialen Bedarf vorbei.“
Eine Befragung verschiedener Wohnungsmarkt-Experten belegt
das: 80 Prozent von ihnen bewerten den Teilmarkt Sozialwohnungsbau als
„angespannt“. Ihre Markt-Einschätzung hat sich gegenüber der letzten Befragung
vor vier Jahren sogar noch verschlechtert. Als weitere Probleme auf dem
Mietwohnungsmarkt wurden genannt: steigende Nebenkosten, zu wenig Bauland und
geringe Bautätigkeit.
Doch das Positive soll auch vorkommen. Düsseldorf bleibt
attraktiv für Neubürger, der „Wanderungsgewinn“ (Vergleich Zuzug/Wegzug) liegt
mit 3814 Personen noch höher als 2004 (3705). Fast alle Experten sind sich
einig, dass Wohnen im städtischen Umfeld künftig noch stärker nachgefragt wird.
In dem Zusammenhang kommt der Modernisierung des Wohnungsbestandes (327 883)
große Bedeutung zu: Die Fachleute halten ganz überwiegend Energiespar-Maßnahmen
(Dämmung, Heizung) sowie Modernisierung von Bädern und Küchen für wichtig.
www.duesseldorf.de/wohnen/dienste/veroeffentlichung
09.01.2007
Von Peter Littek wz
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Sozialwohnungen lohnen sich nicht |
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MARKTBERICHT. Nur 143 geförderte Unterkünfte enstanden 2005, aber 1797 fielen weg. Experten sprechen von
"angespannter Lage". Opposition fordert Konzept nach Münchener
Vorbild.
Die Stadt ist reich, den meisten Bewohnern geht´s
gut - das macht auch der neue "Wohnungsmarktbericht" deutlich: Im
Schnitt hat eine Bleibe "normalen Standards" 71 Quadratmeter und
kostet kalt 7,70 Euro, beim "gehobenen Standard" mit durchschnittlich
90 bis 100 Quadratmetern 9 Euro. Doch was fehlt, sind Sozialwohnungen: Im Jahr
2005, so Dezernent Burkhardt Hintzsche, sank ihre
Zahl um 1797 auf 31 631 (9,7 Prozent), und bis 2016 werden weitere 11 700
billige Unterkünfte fehlen. Grüne und SPD forderten daher gestern im Ausschuss
für Wohnungswesen ein Konzept, damit mehr bezahlbarer Wohnraum in der Stadt
gebaut werden kann.
4770 Haushalte suchten Ende 2005 eine preiswerte Wohnung, das sind etwa so
viele wie in den Jahren zuvor, so Hintzsche. Doch insgesamt wurden nur 746 neue
Unterkünfte fertig, davon allein 153 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Für 1117
Wohnungen wurden Baugenehmigungen erteilt, aber nur 146 Mietwohnungen wurden
2005 durch Zuschüsse gefördert, davon 107 im Bezirk 7 (Gerresheim) und 38 in Flingern/Düsseltal.
Zu hohe Kosten, zu geringe Rendite
SPD und Grüne verwiesen deshalb auf Köln und München: Dort
werden Investoren bei größeren Vorhaben verpflichtet, ein knappes Drittel ihrer
Projekte als Sozialwohnungen zu bauen (Programm "Sozialgerechte
Bodennutzung").
Die Einschätzung der Opposition wird von 45 Experten gestützt, die die
Verwaltung befragte: Die Mehrheit beurteilt die Lage bei den geförderten
Wohnungen als "angespannt". Was Investoren laut diesen Experten
abhält, sind zu hohe Kosten, zu wenig Bauland, zu geringe Renditeerwartungen
und unattraktive Steuer- und Abschreibemodelle.
"Wir sehen uns das seit Jahren an und sagen, wir reden mit den
Investoren," klagte Antonia Frey (Grüne),
"aber es ändert sich nichts. Wir müssen Bauherren klarmachen, dass sie auf
profitablen Grundstücken auch Sozialwohnungen bauen müssen - in München klappt
das doch." Hans-Jochem Witzke (SPD) befürchtet
außerdem, dass neben Einkommensschwachen "auch Senioren, die preiswerten
Wohnraum suchen, bald vor Problemen stehen".
Frey beklagte zudem, dass in einigen Stadtbezirken gar keine Sozialmieter
mehr akzeptiert würden, etwa in Rath oder in Wittlaer,
"auch das müssen wir ändern". Die Unterschiede zwischen den
Stadtteilen sind erheblich: Zwischen Stockum und Wittlaer liegen mit 44 Prozent doppelt so viele Wohnungen
mit fünf und mehr Räumen auf 97,5 Quadratmetern wie im städtischen
Durchschnitt, im Bezirk 3 sind drei bis vier Räume nur 62 Quadratmeter groß.
08.01.2007
JO ACHIM GESCHKE
nrz
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.7
Datum: Dienstag, den 09. Januar 2007
Seite: Nr.10