Psychisch Kranke im Abseits
Die Toleranz gegenüber psychisch
Kranken nimmt ab. Die gesellschaftliche Reaktion werde strenger, sagt die
Chefärztin der Berliner Wiegmann-Klinik für Psychosomatische Medizin, Dorothee Kress. Vor zehn Jahren seien etwa psychosomatisch
Erkrankungen noch toleriert worden: „Hat die persönliche Fassade heute einen
Sprung, stößt dies innerhalb der Gesellschaft nicht mehr auf Toleranz.“ Auch
der Betroffene selbst verzeihe sich einen Ausfall nicht. „Die Anforderungen der
modernen Gesellschaft unterschlagen, dass wir selbstverständlich kränkbar sind. Es gibt Situationen, in denen wir keine
perfekte Figur abgeben können“, betont Kress. Wichtig
sei, dass sich die Patienten zur Therapie bereit fänden. Ap
fr 9.1.06