Minijob statt Vollzeitstelle

Weniger reguläre Jobs

Immer weniger Arbeitnehmer in Deutschland haben eine feste Vollzeit-Stelle: Die Zahl ist innerhalb von zehn Jahren um 1,5 Millionen gesunken. Stark gestiegen ist dagegen atypische Beschäftigung – und zwar um 2,6 Millionen auf 7,7 Millionen Jobs, berichtet das Statistische Bundesamt. Als atypisch gelten Minijobs, Leiharbeit, befristete Stellen und Teilzeitstellen mit 20 oder weniger Wochenstunden.

Trotz des Booms von Minijobs und Leiharbeit gibt es insgesamt nicht mehr Arbeit: Das Arbeitsvolumen – also die Zahl der geleisteten Stunden – ist zwischen 1997 und 2007 praktisch gleich geblieben. „Dieser Befund spricht eher dafür, dass das gleiche Volumen an Arbeit auf mehr Köpfe umverteilt wurde“, folgern die Statistiker. Atypisch Beschäftigte werden oft schlechter bezahlt als Vollzeitkräfte. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer ist von 18 auf 26 Prozent gestiegen. rt

 

RSLEEGERS



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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 212)
Datum: Mittwoch, den 10. September 2008
Seite: 15

 

Prekäre Arbeit auf dem Vormarsch

Wiesbaden. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, nahm die Zahl der Erwerbstätigen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen von 1997 bis 2007 um 1,5 auf 30,2 Millionen ab. Gleichzeitig sei die Zahl der Personen in atypischen Beschäftigungsformen in diesem Zeitraum um 2,6 auf 7,7 Millionen angestiegen. Als Normalarbeitsverhältnis gilt unbefristete Beschäftigung in Vollzeit mit vertraglich fixierter Vergütung, zu den als atypisch bezeichneten Formen gehören befristete oder geringfügige Beschäftigung, Teilzeit- und Zeitarbeit sowie verschiedene Formen der (Schein)selbständigkeit. Die aktuelle Statistik zeige, daß eine Politik nach dem Motto ›Sozial ist, was Arbeit schafft‹ in eine »Sackgasse führt und Millionen von Beschäftigten in die Armut treibt«, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach (Foto) am Dienstag in Berlin.

(ddp/jW)

10.09.2008 / Inland / Seite 1Inhalt

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