Mehr Tests und Vorsorge

Zahl der HIV-Infizierten in der EU stark gestiegen

Von Franziska Schubert

Knapp jeder dritte HIV-Infizierte in der EU weiß nichts von seiner Krankheit. Das sei besorgniserregend, sagte die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou in Brüssel. Denn die Lebenserwartung der Betroffenen sinkt, wenn die Infektion zu spät erkannt und behandelt wird. Außerdem ist auch das Risiko höher, den Partner unwissentlich mit HIV anzustecken. Um das zu verhindern, sollten die europäischen Staaten die Früherkennung von Aids ausbauen, forderte die Kommissarin.

Vassilou ist zudem alarmiert, weil sich die Zahl der HIV-Infizierten in der EU und den Nachbarländern von 1,2 Millionen im Jahr 2001 auf 2,2 Millionen im Jahr 2007 fast verdoppelt hat.

Besonders hoch ist die Rate der neu infizierten Personen allerdings nicht in der EU, sondern in Osteuropa. In Russland und der Ukraine wurden 2007 rund 55000 Neuansteckungen gezählt. Die EU-Kommission will aus dem Grund verstärkt mit den betroffenen Ländern zusammenarbeiten, um die dortigen HIV-Tests, die Frühdiagnose und die Behandlung zu verbessern. Ein großes Problem ist außerdem, dass in einigen der EU-Nachbarländer sogar bis zu 70 Prozent der Erkrankten nichts von dem Virus wissen und dadurch die Ansteckungsgefahr weiterhin sehr groß ist.

In der EU waren 2007 etwa 730

000 Menschen mit HIV infiziert. Neu erkrankt waren davon bis zu 27

000 Menschen. Bei ihnen handelte es sich dabei in vier von zehn Fällen um homosexuelle Männer. Der neue EU-Aktionsplan, der bis 2013 umgesetzt sein soll, zielt besonders auf solche Risikogruppen ab. Hoch gefährdetsind neben homosexuellen Männern vor allem Migranten, in deren Heimatländern Aids stark verbreitet ist, sowie Drogensüchtige.

Fr 27.10.09