Mehr Geld in der
Tasche
Tariflöhne steigen
stärker als die Preise
Erstmals seit zwei Jahren legen Löhne und Gehälter wieder
schneller als die Kosten für die Lebenshaltung zu. Im ersten Halbjahr
kletterten die Tarifverdienste in vielen Branchen um mehr als drei Prozent, wie
das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet. Die Verbraucherpreise waren
im Juni binnen Jahresfrist um 1,8 Prozent gestiegen.
„Auch im Gesamtjahr dürfte der Lohnzuwachs erstmals seit
2004 wieder über der Teuerungsrate liegen“, sagte ein Statistiker.
Dem Tarifarchiv der Gewerkschaften zufolge stiegen die Löhne
in den ersten sechs Monaten im Durchschnitt um 3,7 Prozent und damit doppelt so
schnell wie die Teuerung.
Für 2008 erwartet das gewerkschaftsnahe Institut IMK
ebenfalls reale Lohnzuwächse. „Das stabilisiert den privaten Konsum“, sagte
IMK-Direktor Gustav Horn. Große Lohnsprünge seien 2008 aber nicht zu erwarten,
da viele Einmalzahlungen aus diesem Jahr wegfielen. Zudem mache sich der
Aufschwung längst nicht in den Portemonnaies aller Beschäftigten gleichermaßen
bemerkbar.
Im ersten Halbjahr stellten die Statistiker deutliche
Unterschiede zwischen den Branchen fest. Während es in der boomenden Industrie
kräftige Aufschläge gab, stiegen die Löhne bei vielen Dienstleistern und im Ernährungsgewerbe nur langsam. So
erhielten die Beschäftigten in Thüringen 0,8 Prozent mehr. Auch im Gastgewerbe
Nordrhein-Westfalens lag das Plus mit 1,4 Prozent unter der Teuerung. Das
kräftigste Plus gab es in der Metallindustrie mit 4,1 Prozent, gefolgt von der
Chemieindustrie mit 3,6 und dem Bauhauptgewerbe mit 3,1 Prozent. rtr
MSCHWAB
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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 203)
Datum: Samstag, den 01. September 2007
Seite: 16