Jugendliche immer öfter wegen Vollrausch im Krankenhaus

 

 

 

        Berlin (qua) Der Alkoholmissbrauch Jugendlicher nimmt immer

        bedrohlichere Formen an: Die Zahl der Mädchen und Jungen, die

        nach übermäßigem Alkoholkonsum ins Krankenhaus eingeliefert

        werden müssen, hat sich in den vergangenen sechs Jahren

        verdoppelt. Dies geht nach Informationen unserer Zeitung aus

        einer Studie der Gmünder Ersatzkasse hervor, die heute

        veröffentlicht wird. Die Zahl der Mädchen, die bis zur

        Besinnungslosigkeit trinken, ist demnach noch deutlicher

        gestiegen als die Zahl der Jungen.

 

 

 

        POLITIK SEITE A 4

 

 

          -

 

 

Quelle:

Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Publikation: Rheinische Post Düsseldorf

Ausgabe: Nr.178

Datum: Dienstag, den 04. August 2009

Seite: Nr.1

 

 

  Immer mehr Jugendliche mit Alkoholrausch in Klinik

 

 

      VON EVA QUADBECK

 

 

 

        Berlin Die Zahl der Jugendlichen, die nach übermäßigem

        Alkoholkonsum ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, hat

        sich in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Dies geht nach

        Informationen unserer Zeitung aus einer Studie der Gmünder

        Ersatzkasse hervor, die heute veröffentlicht wird. Die Zahl der

        Mädchen, die bis zur Besinnungslosigkeit trinken, ist noch

        deutlicher gestiegen als die Zahl der Jungen.

 

 

 

        Der Mediziner und Suchtforscher Karl Mann aus Mannheim erklärt

        den drastischen Anstieg: "Der Erlebnishunger der Jugendlichen

        unterliegt Moden. Noch vor acht Jahren wurden Ecstasy-Tabletten

        geschluckt. Vor zehn bis 15 Jahren waren harte Drogen angesagt.

        Seit einigen Jahren ist es der Alkohol."

 

 

 

        Mann forderte, die Alkoholsteuer zu verdoppeln: "Damit könnten

        wir den Konsum der Jugendlichen auf zehn Prozent des bisherigen

        Konsums senken." Im internationalen Vergleich sei die

        Alkoholsteuer in Deutschland zu niedrig. Der Suchtexperte

        verwies auch auf die körperlichen Schäden, die insbesondere

        Jugendliche durch Alkohol nehmen. Die Organe seien erst mit 18

        bis 20 Jahren voll entwickelt. Durch starken Alkoholkonsum werde

        die Entwicklung gehemmt. So könne der Alkohol

        Nervenverknüpfungen im Hirn schädigen.

 

 

 

        Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing,

        verwies auf zahlreiche Präventionsprogramme und betonte:

        "Wichtig ist, dass vor Ort gemeinsam an einer Lösung gearbeitet

        wird, das heißt, wenn Kommunen, Vereine, Schulen und Polizei

        zusammenarbeiten, dann ist dies der richtige Weg." Aktuell werde

        gerade eine neue Broschüre an die Kommunen verteilt. Darin seien

        die besten Praxisbeispiele zur Prävention zusammengefasst, damit

        sie in ganz Deutschland übernommen werden könnten.

 

 

 

        "Die Aufklärung muss in der Schule stattfinden", sagte der Chef

        der AOK Rheinland, Wilfried Jacobs, unserer Zeitung. Die

        Krankenkasse schicke in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer

        Mediziner in den Unterricht. Sie berichteten den Jugendlichen

        von dramatischen Fällen alkoholisierter Altersgenossen in der

        Notaufnahme.

 

 

  "Die Alkoholsteuer muss verdoppelt werden"

 

 

          - /EVA QUADBECK

 

 

Quelle:

Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Publikation: Rheinische Post Düsseldorf

Ausgabe: Nr.178

Datum: Dienstag, den 04. August 2009

Seite: Nr.4