Hartz IV vor allem im Ruhrgebiet
VON ANTJE HÖNING
Düsseldorf Nordrhein-Westfalen ist ein gespaltenes Land. Das zeigt die
Verteilung der Hartz IV-Bezieher, die die
Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) erstmals veröffentlichte.
Während im Bereich der Arbeitsagentur Coesfeld keine fünf Prozent der
Bevölkerung unter 65 Jahren die Fürsorgeleistungen Arbeitslosengeld II (Alg II) oder Sozialgeld bezogen, sind es in Gelsenkirchen
21,9 Prozent.
Wie die Karte zeigt, liegen die Agenturen mit der höchsten Hartz-
IV-Konzentration im Ruhrgebiet. In Duisburg beträgt der Anteil der
Fürsorge-Bezieher 18,8Prozent, in Essen 17,3 Prozent. Gut dagegen sieht es im
Rheinland aus. Im Kreis Kleve - hier betreuen die Kommunen die
Langzeitarbeitslosen - liegt der Anteil der Alg-II-Bezieher
bei sechs Prozent. In Borken sind es 6,7 Prozent. In Großstädten gibt es meist
mehr Hartz-IV-Betroffene. So kommt Düsseldorf auf
eine Quote von 13,5 Prozent, Mönchengladbach auf eine von 17,9.
„Die Statistik spiegelt die Arbeitsmarkt-Lage wider“, sagt Werner Marquis,
Sprecher der Regionaldirektion. Wo die Arbeitslosigkeit allgemein hoch sei,
gebe es auch viele Alg-II-Empfänger. Besonders gut
stehen zudem (Schlaf-)Städte da, die im Speckgürtel einer Großstadt liegen.
Gegenüber dem Jahr 2005 hatte sich im September 2006 die Zahl der
Fürsorge-Empfänger in NRW um sechs Prozent auf 1,692 Millionen erhöht. Davon
sind 665000 in der Lage zu arbeiten. Die übrigen sind Kinder, Mütter mit
kleinen Kindern oder Erwerbsunfähige.
Im Jahr 2006 gab der Bund in NRW 5,1 Milliarden Euro für Arbeitslosengeld II
und Sozialgeld sowie drei Milliarden Euro für Unterkunftskosten aus. Die
Job-Center finanzierten Förderkurse mit 720 Millionen Euro. In diesem Jahr
stehen dafür 1,1 Milliarden bereit. Zudem hofft die BA-Regionaldirektion, dass
sich die Zusammenarbeit der Ämter verbessert. „Es gibt zwar sehr viele
Beteiligte, aber nur wenig Verantwortliche“, sagte Christiane Schönefeld, die
Chefin der BA-Regionaldirektion.
- /ANTJE HÖNING
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.31
Datum: Dienstag, den 06. Februar 2007
Seite: Nr.1