Grüne sehen Knappheit bei Sozialwohnungen

VON HANS ONKELBACH


Bündnis 90/Die Grünen sieht große Probleme auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt entstehen. Durch einen seit Jahren anhaltenden Rückgang der öffentlich geförderten Wohnungen sei eine Knappheit an Sozialwohnungen absehbar, erklärten gestern Antonia Frey und Norbert Czerwinski für ihre Partei. Bis zum Ende des Jahres 2008 fallen rund 7500 der derzeit 30000 öffentlich geförderten Wohnungen aus der sozialen Bindung, sagen die Grünen. Dem stehe keine ausreichende Zahl an neu gebauten Wohnungen gegenüber.


CDU und FDP werfen die Grünen vor, das Problem nicht ernst zu nehmen. OB Erwin konzentriere sich auf Bürobauten und vernachlässige den Wohnungsbau für alle, die sich die teuren Wohnungen oder Häuser nicht leisten können.


Um das Problem zu lösen, wollen die Grünen ein Modell nachahmen, das sie in München gesehen haben. Dort gibt es laut Czerwinski städtebauliche Vereinbarungen zwischen der Stadt und Investoren. Den Bauherren wird zugestanden, Bauprojekte profitabel zu realisieren, wenn sie sich dafür bereit erklären, einen Teil der zu erstellenden Wohnungen als Sozialwohnungen zu errichten. München habe mit dieser Idee in zehn Jahren 3600 Sozialwohnungen errichten können, sagen die Grünen. Sie glauben, dass Investoren zu locken seien. Das Konzept sorge außerdem für eine bessere soziale „Durchmischung“ der Stadtteile.

 

- /VON HANS ONKELBACH


Quelle:
Verlag: Rheinisch-Bergische Druckerei- und Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.115
Datum: Donnerstag, den 18. Mai 2006
Seite: Nr.10