Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet

 

22.12.2008 / Inland / Seite 4Inhalt

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    Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust

    bedroht

 

Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf

der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der

Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und

steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

 

»Da baut sich gerade eine Welle auf«,sagt Rolf Keichel,

Vorstandsmitglied des Fachverbands Evangelische Obdachlosenhilfe. »Wir

können uns gar nicht vorstellen, was es heißt, bei Minustemperaturen

draußen zu lebenEine Nacht in klirrender Kälte bedeutet immer

Lebensgefahr. Erst vor wenigen Tagen erfror ein Obdachloser in Wismar,

im November ein Mann in Soest, im September ein Dresdner in seinem

Nachtlager im Park.

 

»Winter für Winter trifft es mindestens 10 bis 15 Menschen. Und das sind

nur die Fälle, die es bis in die Zeitungen schaffen«, sagt Werena

Rosenke, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe

(BAG W) in Bielefeld. 60000 bis 120000 Haushalte mit bis zu 235000

Menschen seien vom Verlust der Wohnung bedroht.

 

Die eingemummten Gestalten in den Innenstädten sind vielerorts

allgegenwärtig, doch eine viel größere Gruppe wird leicht übersehen:

diejenigen, die zwar ein Dach über dem Kopf, aber keine eigene Bleibe

haben und nächteweise bei Bekannten schlafen, in Frauenhäusern Schutz

suchen oder in Aussiedlerheimen leben. Die AG Wohnungslosenhilfe schätzt

ihre Zahl auf 236000 Menschen -- so viele, wie Krefeld oder Halle

Einwohner haben.

 

(AP/jW)