Ein Job allein reicht nicht

 

 

    DGB-Studie sieht neue Vollzeit-Stellen eher als Ausnahme / Zahl der

    Nebentätigen und Aufstocker steigt

 

 

        Von Roland Bunzenthal

 

 

        Die sozialversicherte Beschäftigung ist mit dem wirtschaftlichen

        Aufschwung kräftig gestiegen. Dies hat aber nicht ausgereicht,

        um die Beschäftigungsverluste der vergangenen Jahre

        auszugleichen. Die Vollzeitbeschäftigung liegt immer noch unter

        dem Niveau der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts. Zu diesem

        Ergebnis kommt eine Studie des DGB.

 

 

        Zwischen 2003 und 2005 gingen weit mehr Vollzeitjobs verloren

        als in den vergangenen beiden Jahren wieder aufgebaut werden

        konnten. Zugleich hat sich die Zahl der atypischen oder prekären

        Arbeitsplätze erhöht.

 

 

        So stieg die Teilzeitbeschäftigung kontinuierlich auf knapp 4,8

        Millionen. Mit dem aktuellen Plus konnte aber nur etwa ein

        Drittel des Abbaus von Vollzeitjobs in den letzten beiden

        Krisenjahren (2003 bis 2005) ausgeglichen werden. Im Vergleich

        zum Sommer 2000 fehlen immer noch 1,7 Millionen Vollzeitjobs.

        Auf den Westen entfällt davon eine Million.

 

 

        Bundesweit lag der Anteil der Teilzeit im Sommer 2000 bei 14

        Prozent. Sieben Jahre später liegt er bei 17,5 Prozent. Dabei

        ist Teilzeitarbeit nach wie vor eine Frauendomäne. Sie stellen

        84 Prozent aller Jobber. Jede vierte zusätzlich geschaffene

        sozialversicherte Stelle entfällt auf Leiharbeit. 2007 stieg die

        Zahl der "Ersatzleute" um 127 000.

 

 

        Immer mehr Berufstätige sind laut DGB-Studie zusätzlich auf

        Hartz-IV-Leistungen angewiesen Bundesweit zählen 2,7 Prozent

        aller Sozialversicherten zu den Aufstockern.

 

 

        Stark steigend ist gleichfalls die Zahl der sozialversichert

        Beschäftigten, die nach ihrer Haupttätigkeit am Abend oder am

        Wochenende noch einen Zweitjob ausüben, um über die Runden zu

        kommen. Ihre Zahl kletterte innerhalb eines Jahres um fast 140

        000 auf gut zwei Millionen. Am stärksten betroffen ist das

        Baugewerbe, gefolgt von der staatlichen Verwaltung und dem

        Kredit- und Versicherungsgewerbe.

 

 

        Zwei Drittel aller beitragspflichtigen Arbeitnehmer sind derzeit

        nach Angaben der Studie noch im Dienstleistungssektor tätig.

 

 

          RVOLO

 

 

 

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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 33)

Datum: Freitag, den 08. Februar 2008

Seite: 21