Die Gehaltstöpfe der Vorstandschefs

 

 

        Wendelin Wiedeking

Das Jahresgehalt des Porschechefs: 56 Millionen Euro.

        Damit ist er der bestbezahlte Manager Deutschlands. Sein Gehalt

        setzt sich aus einem Fixum von rund einer Million Euro plus

        einer Gewinnbeteiligung zusammen. Zu verdanken hat er das

        sagenhafte Gehalt in erster Linie dem Aktienoptionsgeschäft, das

        den Porschegewinn vor Steuern um 3,6 Milliarden Euro auf 5,9

        katapultiert hat.

 

 

        Klaus Kleinfeld Das Begrüßungsgeld bei seinem neuen Arbeitgeber

        Alcoa: 6,5 Millionen Dollar -- zuzüglich Umzugshilfe von einer

        Million. Der frühere Siemenschef (letztes Gehalt 3,5 Millionen

        Euro) hatte den Konzern im Juni wegen der Korruptionsaffäre

        freiwillig verlassen und zum Abschied 5,75 Millionen Euro

        erhalten. Beim Aluminiumhersteller Alcoa verdient er 4,5

        Millionen Euro.

 

 

        Peter Löscher

 

 

        Ausgleichsgeld für seine entgangenen finanziellen Ansprüche, die

        er sich bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Pharmakonzern Merck

        & Co., erworben hatte: 8,5 Millionen Euro. Diesen Ausgleich erhält

 

 

        Löscher weder in bar noch in

 

 

        Aktien, sondern der Betrag wird seinem Pensionskonto

        gutgeschrieben. Bei Siemens soll sein Jahresgehalt bei rund 4,4

        Millionen Euro liegen.

 

 

        Hartmut

 

 

        Mehdorn Das Jahresgehalt des Bahnchefs: 3,18 Millionen Euro. Ein

        Viertel seines Einkommens sei fix, drei Viertel seien

        erfolgsabhängig. Seit dem Antritt Mehdorns 1999 haben sich die

        Bezüge des Vorstands mehr als verfünffacht.Verdiente der gesamte

        Vorstand damals 3,7 Millionen Euro, waren es zuletzt mehr als

        20,1 Millionen. Allein voriges Jahr kassierte der Vorstand 7,6

        Millionen Euro mehr als 2005. ben

 

 

          GHARTZ

 

 

 

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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 280)

Datum: Samstag, den 01. Dezember 2007

Seite: 16

 

 

Viele Topmanager quält das schlechte Gewissen

Führungkräfte räumen in Umfrage verwerfliches Handeln ein / Konzernchefs verteidigen Millionen-Gehälter

Deutsche Topmanager kommen durch ihren Job häufig in moralische Konflikte. 57 Prozent der Führungskräfte quält mehrmals jährlich ihr schlechtes Gewissen, weil ihr Handeln mit einstigen Wertvorstellungen unvereinbar ist. Das ergab eine Umfrage der Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company in Kooperation mit der Wirtschaftswoche, die gut 300 Manager beantworteten. 47 Prozent beobachten demnach im beruflichen Umfeld regelmäßig moralisch verwerfliches Handeln. Und bei 72 Prozent haben sich die ethischen Maßstäbe im Laufe ihres Berufslebens verschoben. „Als Barsch überlebt es sich eben schlecht im Haifischbecken“, wird ein Umfrageteilnehmer zitiert. „Wegen des wachsenden Drucks, ständig und kurzfristig Erfolge vermelden zu müssen, glauben Top-Manager zunehmend, ohne Verrat an den eigenen moralischen Maßstäben nicht überleben zu können“, erläuterte Klaus Aden, Geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company.

Die Höhe ihrer Gehälter haben derweil etliche Top-Manager verteidigt. Continental-Chef Manfred Wennemer sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, sein Gehalt von zuletzt vier Millionen Euro sei „angesichts der guten Position“ des Konzerns angemessen. Manche Beträge, von denen er lese, verstehe er aber nicht mehr. „Wenn man 50 Millionen Abfindung bekommt, weil man eine Firma an die Wand gefahren hat, dann wird die Argumentation schwierig.“ Gesetzliche Obergrenzen für Gehälter lehnt er ab.

Telekom-Chef René Obermann, laut Bild am Sonntag mit 2,6 Millionen Euro vergütet, erklärte, seine Bezüge bewegten sich im Rahmen, wenn man seine große Verantwortung und seine 90-Stunde-Woche bedenke. Siemens-Chef Peter Löscher nannte sein Gehalt, das 4,4 Millionen betragen soll, angemessen. Es liege national und international „nicht in der Spitzengruppe“. Bahnchef Hartmut Mehdorn, der 3,2 Millionen Euro verdient, bekräftigte, drei Viertel seiner Bezüge seien erfolgsabhängig.

Bundespräsident Horst Köhler hatte sich in einem Interview besorgt über eine wachsende „Entfremdung zwischen Unternehmen und Gesellschaft“ geäußert. Die Manager dürften „in ihren Einkommensvorstellungen nicht die Bodenhaftung verlieren“.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund rief die Wirtschaft auf, freiwillig Obergrenzen für die Bezüge der Vorstandsmitglieder zu vereinbaren, die in angemessener Relation etwa zum jeweiligen Facharbeiterlohn stünden. rtr / dpa

 

RSCHRÖTER



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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 281)
Datum: Montag, den 03. Dezember 2007
Seite: 13