Armutsrisiko Jugend
13.02.2009 / Inland / Seite 2Inhalt
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DGB-Studie: Unter
15- bis 24jährigen jeder zehnte auf Hartz IV
angewiesen
Fast jeder zehnte Jugendliche in Deutschland kann nur mit Hartz IV
überleben. Rund eine Million junge Menschen zwischen 15 und
24 Jahren
waren im Sommer 2008 auf die staatliche Unterstützung
angewiesen, wie es
in einer neuen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes
(DGB) heißt, aus
der die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag zitierte und die
der
Nachrichtenagentur AP vorliegt. Außerdem leben nach Aussage
von Autor
Wilhelm Adamy 1,8 Millionen Kinder
bis 14 Jahre von Hartz-IV-Geld.
Dabei lag die Jugendarbeitslosigkeit im Sommer bei 304000
und damit um
17 Prozent niedriger als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum
sank die Zahl
der hilfsbedürftigen jungen Leute jedoch lediglich um 77000
oder 7,4
Prozent; die Kinderarmut ging den Angaben zufolge um 3,1
Prozent zurück.
In der Gesamtzahl der jungen Hilfeempfänger fehlten
allerdings die rund
160000 Bezieher von Arbeitslosengeld I sowie etwa 50000
Jugendliche in
Fördermaßnahmen, wie es in der Studie heißt. Rechne man sie
hinzu, seien
schon 1,2 Millionen unter 25 hilfebedürftig: »Auf drei
erwerbstätige
Jugendliche kommt damit einer, der von Arbeitsagenturen oder
den Trägern
des Hartz-IV-Systems betreut
wird«, bilanziert Adamy.
Nach seinen Angaben ist vor allem in Ostdeutschland das
Risiko hoch,
schon als Jugendlicher arm zu werden: Von der knappen
Million
Hartz-IV-Beziehern zwischen 15 und
24 lebt ein Drittel in den neuen
Ländern (336000), obwohl hier lediglich ein Fünftel der
Gesamtbevölkerung wohnt. Damit ist im Osten mehr als jeder
sechste
Jugendliche auf Sozialleistungen angewiesen; das
Verarmungsrisiko der
15- bis 24 jährigen ist mit 17,4 Prozent doppelt so hoch wie
für die
Gleichaltrigen in den alten Bundesländern (8,4 Prozent).
Mit 22 Prozent lebten die meisten Hartz-IV-Bezieher
der Altersgruppe in
Berlin, gefolgt von Sachsen-Anhalt (19,1 Prozent) und
Mecklenburg-Vorpommern (18 Prozent). Unter den westdeutschen
Ländern ist
Bremen das Schlußlicht; hier sind
doppelt so viele Jugendlicher von
Hartz IV abhängig wie im Schnitt
der westdeutschen Länder und auch mehr
als in Sachsen und Brandenburg.
Jeder sechste Hilfeempfänger unter 25 war erwerbstätig.
Viele von ihnen
verdienten aber nicht genug zum Leben. Besonders groß sei
das Risiko
einer Armutskarriere bei alleinerziehenden
jungen Müttern und bei
fehlendem Schulabschluß.
(AP/jW)