Armutsbekämpfung
Brot für die Welt rügt deutsches Konzept
Berlin . In China, Indien, Brasilien und Südafrika nähert
sich die
Wirtschaftsleistung zwar der vieler Industrieländer an, aber
zugleich
profitieren weite Teile der Bevölkerung nicht vom Wachstum,
betont "Brot
für die Welt". Eine Studie untersucht, welchen Einfluss
das Wachstum auf
die Armut in diesen Ländern hat. "Es wird deutlich,
dass die nationale
Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik in den wenigsten
Fällen die
Armut vermindert", erklärt der Autor der Studie,
Friedel Hütz-Adams vom
Verein Südwind.
Das Konzept des Entwicklungsministeriums für diese Länder
lasse
befürchten, dass der Stellenwert der Armutsbekämpfung sinkt.
Eine
Konzentration auf strukturelle und wirtschaftliche Hilfe für
diese
Länder werde der Tatsache nicht gerecht, dass dort derzeit
die Hälfte
der Armen weltweit lebt. Ein Drittel der Landbevölkerung in
China sei
arbeitslos oder unterbeschäftigt.
Schwellenländer wie China und Indien brauchen keine
klassische Hilfe,
nimmt das Entwicklungsministerium Stellung zu der Studie.
Allerdings
liege es im globalen Interesse, mit ihnen beim Umweltschutz
zusammenzuarbeiten. China ist weltweit der zweitgrößte
Emittent von
Kohlendioxid. Die Trennung in der Studie zwischen
wirtschaftlicher Hilfe
und Armutsbekämpfung sei recht künstlich. Der Zugang zu
Energie etwa sei
Bedingung, der Armut zu entkommen. rb
RBUNZENTHAL
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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 22)
Datum: Freitag, den 26. Januar 2007
Seite: 10