"Armut gerät aus dem Blick"

Kirchen fordern mehr Hilfe

Berlin · Eine konsequentere Bekämpfung der Armut in der Entwicklungspolitik fordern die beiden großen Kirchen von der Bundesregierung. Derzeit bestehe die Gefahr, dass dieses "überwölbende Ziel" zu Gunsten von Sicherheitsaspekten aus dem Blick gerate, kritisiert der katholische Vorsitzende der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), Prälat Karl Jüsten. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) wies diese Sorge als unbegründet zurück.

Das Aktionsprogramm 2015 der rot-grünen Bundesregierung zur Armutsbekämpfung sei ein konzeptioneller Fortschritt gewesen. Es sei jedoch sehr irritierend, dass dieses Projekt im Koalitionsvertrag von Union und SPD nicht erwähnt werde, sagte Jüsten bei der Vorstellung des fünften GKKE-Berichts zur Armutsbekämpfung in der deutschen Entwicklungspolitik. Der Geschäftsführer der GKKE, Jürgen Hambrink, warnte davor, durch Schuldenerlasse zu suggerieren, die Entwicklungshilfe werde gesteigert. Notwendig seien zusätzliche Mittel. Die Kirchen warteten daher auf einen Vorschlag der Bundesregierung zu neuen Finanzierungsinstrumenten für die Entwicklungszusammenarbeit. epd




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Dokument erstellt am 28.03.2006 um 17:04:01 Uhr
Erscheinungsdatum 29.03.2006