Arme und Arbeitslose sind häufiger krank
Berlin • Arme und Arbeitslose sind weit häufiger krank als andere Bevölkerungsgruppen. So gibt jeder zweite Arbeitslose (48,3 Prozent) an, er sei nicht gesund, unter Erwerbstätigen sind es hingegen nur 30,7 Prozent. Dies geht aus dem neuen Gesundheitsbericht für Deutschland hervor, den Bundesministerin Ulla Schmidt am Montag in Berlin veröffentlichte. Schmidt zeigte sich alarmiert: „Wir machen uns schon Gedanken darüber.“ Nötig seien nicht nur gezieltere Angebote zur Vorsorge, sondern auch ganz allgemein die Bekämpfung der Armut.
Insgesamt habe sich die Gesundheit der Deutschen in den vergangenen Jahren verbessert, lautet das Fazit des ersten Gesundheitsberichts seit 1998. So sei die Lebenserwartung von Frauen seit 1990 um 2,8 auf 81,6 Jahre gestiegen, die von Männern um 3,8 auf 76 Jahre. Drei Viertel der Frauen und Männer über 18 Jahre bezeichnen ihren eigenen Gesundheitszustand als gut.
Allerdings werde immer noch zu viel geraucht und Alkohol getrunken, und zu viele Menschen seien zu dick und bewegten sich zu wenig. In einigen Trends zeigt sich dem Bericht zufolge eine bessere Gesundheitsvorsorge. So sind die Zähne von Schulkindern heute so gut wie nie zuvor, wie Schmidt betonte. Hier liege Deutschland international inzwischen an der Spitze. ap
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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 218)
Datum: Dienstag, den 19. September 2006
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