Makler wollen Bauland statt KleingärtenVON UWE-JENS RUHNAU 26.09.2013

Düsseldorf (RP). Der Mietpreisspiegel 2013 des Rings Deutscher Makler weist für die vergangenen zwölf Monate erneut galoppierende Immobilienkosten aus. Experten fordern Bebauung von Grün- und Kleingartenflächen, beispielsweise in Hamm.

Ring der Makler

Der Ring Deutscher Makler (RDM) in Düsseldorf hat 127 Mitglieder, die Makler bzw. Verwalter von Immobilien sind.

Der RDM befragt regelmäßig seine Mitglieder über die Preisentwicklung. Um diese möglichst realistisch einzuschätzen, werden auch Immobilien-Portale ausgewertet. Die aktuelle Studie bezieht sich auf den Zeitraum September 2012 bis September 2013.

Jörg Schnorrenberger hat der Stadtspitze lange Untätigkeit vorgeworfen. Dass eine Krankenschwester oder ein Polizist es sich vielleicht bald nicht mehr leisten können, eine Wohnung in Düsseldorf zu beziehen, trieb den Vorsitzenden des Rings Deutscher Makler (RDM) auf die Barrikaden. Jetzt aber spricht er anders. "Wir haben jahrelang geschimpft und uns beschwert, dass die Politik nicht mit uns spricht. Das hat sich geändert, wir konnten uns einbringen." Das neue Handlungskonzept Wohnen nennt Schnorrenberger "einen super Anfang".

Die Makler nehmen weitere Ziele in den Blick – mit Sprengwirkung. Um den Bedarf nach neuen Wohnungen zu decken, könne man "auch Kleingartenanlagen oder Grünflächen, die keine ausgewiesenen Parks sind, für die Wohnbebauung nutzen". Schnorrenberger drastisch: "Stiefmütterchen in Hamm sind doch Schwachsinn."

 


Damit dürfte er große Widerstände provozieren. Realistischer erscheint die Forderung, bei Studenten- oder Seniorenwohnungen weniger Stellplätze zu verlangen und so Kosten zu sparen – auch würden Familien in In-Vierteln wie Flingern, Pempelfort oder Unterbilk oft auf das Auto verzichten. Und dass eine Rheinquerung für Bahnen in Höhe der Messe auch die Grundstückpreise in Düsseldorf senken könnte, liegt auf der Hand.

Zudem fordern die Makler ein aktiveres Grundstücksmanagement der Stadt oder ihrer Wohnungsgesellschaft. So könnten durch Umlegungen und Aufkäufe größere Areale entstehen, die man mit allen Wohnformen entwickeln könnte. Und statt die Projekte durch Grundstücksverkäufe teuer zu machen, böten sich Erbpachtverträge über beispielsweise 99 Jahre an.


Das Handlungskonzept Wohnen sieht vor, dass bei Neubauprojekten ab 100 Wohnungen 20 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert und 20 Prozent preisgedämpft sein sollen. Auf Wunsch der Grünen wurde beim zweiten Punkt die Höchstmiete von zehn auf 8,50 Euro pro Quadratmeter gesenkt. "Dafür können Sie nicht bauen", sagt Schnorrenberger und sieht nur ein Korrektiv: "Die Grundstückspreise müssen sinken." Erst einmal jedoch wird wieder alles teurer. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Kosten für Einfamilienhäuser um bis zu elf und die Wohnungskaltmieten um bis zu 15 Prozent gestiegen. Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen kletterten in guten Lagen auf 3500 Euro pro Quadratmeter (plus neun Prozent); in Luxuslagen waren mehr als 5000 Euro fällig. Die Wohnungskaltmieten liegen an guten Standorten bei 12,50 Euro pro Quadratmeter und damit einen Euro höher als vor einem Jahr. Im Neubau-Erstbezug sind bis zu 18,50 Euro zu zahlen.

Im Premiumsegment sieht Schnorrenberger eine Beruhigung. Kaltmieten von mehr als 20 Euro pro Quadratmeter würden kaum mehr gezahlt, ebenso seien Wohnungspreise von mehr als 6000 Euro selten durchsetzbar. Preisvorstellungen wie im Andreasquartier, wo sogar mehr als 10 000 Euro pro Quadratmeter verlangt würden, seien dem speziellen Standort geschuldet.


Quelle: RP

http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/makler-wollen-bauland-statt-kleingaerten-1.3703827

 

 

 

Wohnungsmarkt: Makler sehen Ende der Preisspirale

Von Alexander Esch 25.9.13

Die Mieten steigen weiter. Aber bei 20 Euro kalt pro Quadratmeter im Luxussegment ist laut Ring Deutscher Makler Schluss.

 

 

Düsseldorf. Wohnen wird immer teurer – und noch teuerer. Wer in Oberkassel in einen Neubau zieht, muss zum Teil bereits eine monatliche Kaltmiete von 18,50 Euro pro Quadratmeter überweisen. Im absoluten Luxussegment sind es sogar schon 20 Euro. Eine Preisspirale ohne Ende? Der Ring Deutscher Makler (RDM) in Düsseldorf hat den Wohnungsmarkt der Stadt unter die Lupe genommen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie haben sich die Preise entwickelt?

„Die Preise steigen weiter, aber langsamer“, sagt Immobilienmakler Jörg Schnorrenberger, Vorsitzender des RDM-Düsseldorf. Nach Befragung der Mitglieder und Auswertung einschlägiger Immobilienportale stiegen die Mieten in einem Jahr um bis zu 15, die Preise für Häuser um bis zu elf Prozent. Die Wohnungskaltmieten an guten Standorten lägen bei 12,50 Euro pro Quadratmeter, einen Euro höher als vor einem Jahr.

Werden die Mieten weiter steigen?

Die Antwort des RDM lautet ja und nein. Insbesondere an guten Standorten rechnet Schnorrenberger mit einer weiterhin ungebremsten Nachfrage. „Dort könnten die Mieten um weitere fünf Prozent steigen.“ Aber er sagt auch: „Bei Kaltmieten von 20 Euro pro Quadratmeter im Premiumsegment ist das Ende der Fahnenstange erreicht.“ Gleiches gelte bei Wohnungskaufpreisen von 6000 Euro pro Quadratmeter. Für die meisten Düsseldorfer freilich ein geringer Trost.

Aufgeheizt worden sei der Markt unter anderem von Kapitalanlegern, die unbedingt kaufen wollten, und oft unrealistische Preise bezahlt hätten. „Die werden ihr Geld meist nicht zurückkriegen.“

Wie vernünftig ist das Handlungskonzept Wohnen?

Schnorrenberger begrüßt das von der Politik verabschiedete Konzept. Das sieht vor, dass Investoren bei Wohnbauprojekten über 100 Einheiten 20 Prozent öffentlich geförderten und 20 Prozent preisgedämpftem Wohnungsbau realisieren müssen. „Allerdings ist die gedämpfte Miete von 8,50 Euro unrealistisch, sie sollte mindestens zehn Euro betragen. Sonst kann nicht rentabel gebaut werden.“

Wie kann die Preisspirale noch entschärft werden?


·      Protest

·      Ankündigung


Etwa 30 Menschen haben heute vor der LEG-Zentrale, Hans-Böckler-Straße, demonstriert. Die LEG habe in Garath bei Neubezügen die Miete um 1,50 Euro erhöht.

Am Samstag wird ab 15 Uhr am bundesweiten Aktionstag am Fürstenplatz demonstriert. Motto: „Keine Profite mit der Miete – die Stadt gehört allen.“


Schnorrenberger schlägt der Kommune vor, die Städtische Wohnungsgesellschaft sowie die Genossenschaften besser zu unterstützten. Zudem könnten kommunale Grundstücke in Erbpacht vergeben werden, zu einem Zins von vier bis sechs Prozent des Grundstückswerts. So müsse die Stadt ihr Bauland nicht günstiger verkaufen als marktüblich, was sie nicht dürfe.

Zudem fordert Schnorrenberger, dass die Stadt mehr Rücksicht auf die veränderten Lebensgewohnheiten der Bevölkerung nimmt. „Immer mehr Menschen verzichten in der Stadt auf ein Auto, deshalb ist es nicht sinnvoll, dass ein Stellplatz pro Wohnung mitgebaut werden muss.“ Ein Investor könne dann günstiger bauen und günstiger vermieten. Dafür sei ein besser ausgebauter Öffentlicher Nahverkehr wichtig.

Eine Querung des Rheins, wie mit der U 81 geplant, sorge beispielsweise dafür, dass auch Lörick als Wohngebiet attraktiver würde.

Wie können mehr Wohnungen gebaut werden?

Laut RDM bräuchte das wachsende Düsseldorf jährlich 1200 Wohnungen mehr, im ersten Halbjahr seien allerdings nur Baugenehmigungen für 154 Wohnungen erteilt worden. Es sei immer schwieriger, Bauland zu finden, deshalb müsse man darüber nachdenken, Grünflächen an der B8n, in Hamm oder auch Kleingärten wie in Stockum zu bebauen.

http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/wohnungsmarkt-makler-sehen-ende-der-preisspirale-1.1436498

 

 

 

Mieten steigen, Wohnen wird immer teurer
26.09.2013 | 07:00 Uhr
Mieten steigen, Wohnen wird immer teurer
Foto: Lars Heidrich

Harte Zeiten für alle Mieter: Die Preise stiegen in den vergangenen zwölf Monaten um bis zu 15 Prozent, und Wohnen wird sogar weiterhin teurer. „Preisgedämpfte“ Mieten von 8,50 Euro pro Quadratmeter, wie sie das städtische Handlungskonzept Wohnen fordert, seien von Bauherren gar nicht zu realisieren bei den hohen Grundstückspreisen in der Landeshauptstadt, sagt Jörg Schnorrenberger, Vorsitzender des Rings Deutscher Makler (RDM).

Der legt jetzt seine Analyse der Mieten, Wohnungs- und Grundstückspreise in der Landeshauptstadt als „Preisspiegel 2013“ vor. Schnorrenberger lobt zwar das Handlungskonzept, an dem die Wohnungswirtschaft ja beteiligt war, macht aber auch Vorschläge, wie mehr preiswerte Wohnungen gebaut werden könnten. Die Stadt brauche „jedes Jahr mindestens 1200 Wohnungen, um der Nachfrage Herr zu werden.“ Laut amtlicher Statistik wurden aber im ersten Halbjahr nur Baugenehmigungen für 154 Wohnungen erteilt, so der Makler.

Nach den Analysen des RDM müsste bei den jetzigen Bodenpreisen eine „preisgedämpfte“ Miete bei 10 Euro pro Quadratmeter liegen. Die steigenden Grundstücks- und damit Mietpreise hätten eine Ursache im Wachstum der Kommune, viele wollen hierherziehen, um hier zu arbeiten. Schnorrenberger verweist aber auch darauf, dass wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren die Baugenehmigungen für Häuser zwischen zwei und fünf Jahre dauern können.

Der RDM rechnet daher damit, dass in den kommenden Monaten die Mieten um weitere fünf Prozent steigen. Nach den Berechnungen der 127 Makler im RDM Düsseldorf liegen die Mieten für eine Dreizimmer-Wohnung mit 75 m² bei Erstbezug in Neubauten in mittleren Lagen wie Heerdt und Unterrath bei 11,50 €, in guten Lagen wie Derendorf oder Pempelfort bei 15,50 € und in guten bis sehr guten Lagen wie Oberkassel sogar bei 18,50 Euro. Bei Umzügen in frei werdende Einheiten zahlen Mieter zurzeit rund 7,50 Euro bis 9,80 Euro, in guten und sehr guten Lagen zwischen 12,50 € und 15,50 € kalt pro Quadratmeter. Im mittlerweile gefragten Oberbilk wird zurzeit eine Wohnung in der Nähe eines Bordells für 13 Euro/ Quadratmeter Kaltmiete angeboten.

Aber auch Stadtteile wie Friedrichstadt und Flingern sind gefragt, denn der Trend in die Nähe der Innenstadt ist ungebrochen.

Der RDM macht Vorschläge, wie dem Wohnungsmangel abgeholfen werden kann. Zunächst sei bei vielen Politikern und Bürgern „das Bild vom Sozialmieter völlig falsch: Es sind Senioren, die aus großen Einheiten umziehen möchten, aber keine kleine bezahlbare Wohnung finden.“ Düsseldorf habe Top-Unternehmen, „und da kommt eine junge Familie hierher, beide gut ausgebildet, er Berufsstarter, sie vielleicht schwanger, will später arbeiten, die brauchen eine preisgünstige geförderte Wohnung“, macht Schnorrenberger deutlich.

Er empfiehlt, dass die Stadt Grundstücke nicht so teuer wie möglich verkauft, sondern in Erbpacht vergibt, wie das bereits die Diakonie in Kaiserswerth gemacht hat, und auch in der Weißen Siedlung in Golzheim herrscht Erbpachtrecht. Der Bauherr kann so billiger bauen, damit wird auch die Miete geringer.

Ein Kostentreiber sind zudem Tiefgaragen und Stellplätze, „bei Senioren- oder Studentenwohnungen blanker Unsinn“, das treibe nur die Kosten hoch. Die Stadt müsste also ihre Satzung für die Ablösesummen der Stellplätze ändern.

Hochhäuser sind zwar möglich, so die Makler, aber kaum mit preiswerten Wohnungen. Denn die Baukosten liegen höher, zudem sind wegen des Baurechts größere Freiflächen rundum nötig, was zu einer geringeren Zahl von Wohnungen führt als bei fünf Stockwerken.

Jo Achim Geschke

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