Düsseldorf (RP). Der Mietpreisspiegel 2013 des Rings Deutscher Makler weist für die vergangenen zwölf Monate erneut galoppierende Immobilienkosten aus. Experten fordern Bebauung von Grün- und Kleingartenflächen, beispielsweise in Hamm.
Ring der Makler
Der Ring Deutscher Makler (RDM) in Düsseldorf hat 127
Mitglieder, die Makler bzw. Verwalter von Immobilien sind.
Der RDM befragt regelmäßig seine Mitglieder über die Preisentwicklung. Um diese möglichst realistisch einzuschätzen, werden auch Immobilien-Portale ausgewertet. Die aktuelle Studie bezieht sich auf den Zeitraum September 2012 bis September 2013.
Jörg Schnorrenberger hat der Stadtspitze lange Untätigkeit vorgeworfen. Dass eine Krankenschwester oder ein Polizist es sich vielleicht bald nicht mehr leisten können, eine Wohnung in Düsseldorf zu beziehen, trieb den Vorsitzenden des Rings Deutscher Makler (RDM) auf die Barrikaden. Jetzt aber spricht er anders. "Wir haben jahrelang geschimpft und uns beschwert, dass die Politik nicht mit uns spricht. Das hat sich geändert, wir konnten uns einbringen." Das neue Handlungskonzept Wohnen nennt Schnorrenberger "einen super Anfang".
Die Makler nehmen weitere Ziele in den Blick – mit Sprengwirkung. Um den Bedarf nach neuen Wohnungen zu decken, könne man "auch Kleingartenanlagen oder Grünflächen, die keine ausgewiesenen Parks sind, für die Wohnbebauung nutzen". Schnorrenberger drastisch: "Stiefmütterchen in Hamm sind doch Schwachsinn."
Damit dürfte er große Widerstände provozieren. Realistischer erscheint die Forderung, bei Studenten- oder Seniorenwohnungen weniger Stellplätze zu verlangen und so Kosten zu sparen – auch würden Familien in In-Vierteln wie Flingern, Pempelfort oder Unterbilk oft auf das Auto verzichten. Und dass eine Rheinquerung für Bahnen in Höhe der Messe auch die Grundstückpreise in Düsseldorf senken könnte, liegt auf der Hand.
Zudem fordern die Makler ein aktiveres Grundstücksmanagement der Stadt oder ihrer Wohnungsgesellschaft. So könnten durch Umlegungen und Aufkäufe größere Areale entstehen, die man mit allen Wohnformen entwickeln könnte. Und statt die Projekte durch Grundstücksverkäufe teuer zu machen, böten sich Erbpachtverträge über beispielsweise 99 Jahre an.
Das Handlungskonzept Wohnen sieht vor, dass bei Neubauprojekten ab 100 Wohnungen 20 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert und 20 Prozent preisgedämpft sein sollen. Auf Wunsch der Grünen wurde beim zweiten Punkt die Höchstmiete von zehn auf 8,50 Euro pro Quadratmeter gesenkt. "Dafür können Sie nicht bauen", sagt Schnorrenberger und sieht nur ein Korrektiv: "Die Grundstückspreise müssen sinken." Erst einmal jedoch wird wieder alles teurer. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Kosten für Einfamilienhäuser um bis zu elf und die Wohnungskaltmieten um bis zu 15 Prozent gestiegen. Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen kletterten in guten Lagen auf 3500 Euro pro Quadratmeter (plus neun Prozent); in Luxuslagen waren mehr als 5000 Euro fällig. Die Wohnungskaltmieten liegen an guten Standorten bei 12,50 Euro pro Quadratmeter und damit einen Euro höher als vor einem Jahr. Im Neubau-Erstbezug sind bis zu 18,50 Euro zu zahlen.
Im Premiumsegment sieht Schnorrenberger eine Beruhigung. Kaltmieten von mehr als 20 Euro pro Quadratmeter würden kaum mehr gezahlt, ebenso seien Wohnungspreise von mehr als 6000 Euro selten durchsetzbar. Preisvorstellungen wie im Andreasquartier, wo sogar mehr als 10 000 Euro pro Quadratmeter verlangt würden, seien dem speziellen Standort geschuldet.
Quelle: RP
Von Alexander Esch 25.9.13
Die Mieten steigen weiter. Aber bei 20 Euro kalt pro Quadratmeter im Luxussegment ist laut Ring Deutscher Makler Schluss.
Düsseldorf.
Wohnen wird immer teurer – und noch teuerer. Wer in Oberkassel
in einen Neubau zieht, muss zum Teil bereits eine monatliche Kaltmiete von
18,50 Euro pro Quadratmeter überweisen. Im absoluten Luxussegment sind es sogar
schon 20 Euro. Eine Preisspirale ohne Ende? Der Ring Deutscher Makler (RDM) in
Düsseldorf hat den Wohnungsmarkt der Stadt unter die Lupe genommen. Die
wichtigsten Fragen und Antworten:
Wie haben sich die Preise entwickelt?
„Die Preise steigen weiter, aber langsamer“, sagt
Immobilienmakler Jörg Schnorrenberger, Vorsitzender
des RDM-Düsseldorf. Nach
Befragung der Mitglieder und Auswertung einschlägiger Immobilienportale stiegen
die Mieten in einem Jahr um bis zu 15, die Preise für Häuser um bis zu elf
Prozent. Die Wohnungskaltmieten an guten Standorten lägen bei 12,50 Euro pro
Quadratmeter, einen Euro höher als vor einem Jahr.
Werden die Mieten weiter steigen?
Die Antwort des RDM lautet ja und nein. Insbesondere an guten Standorten rechnet Schnorrenberger mit einer weiterhin ungebremsten Nachfrage. „Dort könnten die Mieten um weitere fünf Prozent steigen.“ Aber er sagt auch: „Bei Kaltmieten von 20 Euro pro Quadratmeter im Premiumsegment ist das Ende der Fahnenstange erreicht.“ Gleiches gelte bei Wohnungskaufpreisen von 6000 Euro pro Quadratmeter. Für die meisten Düsseldorfer freilich ein geringer Trost.
Aufgeheizt worden sei der Markt unter anderem von
Kapitalanlegern, die unbedingt kaufen wollten, und oft unrealistische Preise
bezahlt hätten. „Die werden ihr Geld meist nicht zurückkriegen.“
Wie vernünftig ist das Handlungskonzept Wohnen?
Schnorrenberger begrüßt das von
der Politik verabschiedete Konzept. Das sieht vor, dass Investoren bei
Wohnbauprojekten über 100 Einheiten 20 Prozent öffentlich geförderten und 20
Prozent preisgedämpftem Wohnungsbau realisieren müssen. „Allerdings ist die
gedämpfte Miete von 8,50 Euro unrealistisch, sie sollte mindestens zehn Euro
betragen. Sonst kann nicht rentabel gebaut werden.“
Wie kann die Preisspirale noch entschärft werden?
· Protest
Etwa 30 Menschen haben heute vor der LEG-Zentrale, Hans-Böckler-Straße, demonstriert. Die LEG habe in Garath bei Neubezügen die Miete um 1,50 Euro erhöht.
Am Samstag wird ab 15 Uhr am bundesweiten Aktionstag am Fürstenplatz demonstriert. Motto: „Keine Profite mit der Miete – die Stadt gehört allen.“
Schnorrenberger schlägt der Kommune vor, die Städtische Wohnungsgesellschaft sowie die Genossenschaften besser zu unterstützten. Zudem könnten kommunale Grundstücke in Erbpacht vergeben werden, zu einem Zins von vier bis sechs Prozent des Grundstückswerts. So müsse die Stadt ihr Bauland nicht günstiger verkaufen als marktüblich, was sie nicht dürfe.
Zudem fordert Schnorrenberger, dass die Stadt mehr Rücksicht auf die veränderten Lebensgewohnheiten der Bevölkerung nimmt. „Immer mehr Menschen verzichten in der Stadt auf ein Auto, deshalb ist es nicht sinnvoll, dass ein Stellplatz pro Wohnung mitgebaut werden muss.“ Ein Investor könne dann günstiger bauen und günstiger vermieten. Dafür sei ein besser ausgebauter Öffentlicher Nahverkehr wichtig.
Eine Querung des Rheins, wie mit der U 81 geplant, sorge
beispielsweise dafür, dass auch Lörick als Wohngebiet
attraktiver würde.
Wie können mehr Wohnungen gebaut werden?
Laut RDM bräuchte das wachsende Düsseldorf jährlich 1200 Wohnungen mehr, im ersten Halbjahr seien allerdings nur Baugenehmigungen für 154 Wohnungen erteilt worden. Es sei immer schwieriger, Bauland zu finden, deshalb müsse man darüber nachdenken, Grünflächen an der B8n, in Hamm oder auch Kleingärten wie in Stockum zu bebauen.
Mieten steigen, Wohnen wird immer teurer
26.09.2013 | 07:00 Uhr
Mieten steigen, Wohnen wird immer teurer
Foto: Lars Heidrich
Harte Zeiten für alle Mieter: Die Preise stiegen in den vergangenen zwölf
Monaten um bis zu 15 Prozent, und Wohnen wird sogar weiterhin teurer.
„Preisgedämpfte“ Mieten von 8,50 Euro pro Quadratmeter, wie sie das städtische
Handlungskonzept Wohnen fordert, seien von Bauherren gar nicht zu realisieren
bei den hohen Grundstückspreisen in der Landeshauptstadt, sagt Jörg Schnorrenberger, Vorsitzender des Rings Deutscher Makler
(RDM).
Der legt jetzt seine Analyse der Mieten, Wohnungs- und Grundstückspreise in der
Landeshauptstadt als „Preisspiegel 2013“ vor. Schnorrenberger
lobt zwar das Handlungskonzept, an dem die Wohnungswirtschaft ja beteiligt war,
macht aber auch Vorschläge, wie mehr preiswerte Wohnungen gebaut werden
könnten. Die Stadt brauche „jedes Jahr mindestens 1200 Wohnungen, um der
Nachfrage Herr zu werden.“ Laut amtlicher Statistik wurden aber im ersten
Halbjahr nur Baugenehmigungen für 154 Wohnungen erteilt, so der Makler.
Nach den Analysen des RDM müsste bei den jetzigen Bodenpreisen eine
„preisgedämpfte“ Miete bei 10 Euro pro Quadratmeter liegen. Die steigenden
Grundstücks- und damit Mietpreise hätten eine Ursache im Wachstum der Kommune,
viele wollen hierherziehen, um hier zu arbeiten. Schnorrenberger verweist aber auch darauf, dass wegen der
gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren die Baugenehmigungen für Häuser zwischen
zwei und fünf Jahre dauern können.
Der RDM rechnet daher damit, dass in den kommenden Monaten die Mieten um
weitere fünf Prozent steigen. Nach den Berechnungen der 127 Makler im RDM
Düsseldorf liegen die Mieten für eine Dreizimmer-Wohnung mit 75 m² bei
Erstbezug in Neubauten in mittleren Lagen wie Heerdt
und Unterrath bei 11,50 €, in guten Lagen wie Derendorf oder Pempelfort bei 15,50 € und in guten bis sehr
guten Lagen wie Oberkassel sogar bei 18,50 Euro. Bei Umzügen in frei werdende
Einheiten zahlen Mieter zurzeit rund 7,50 Euro bis 9,80 Euro, in guten und sehr
guten Lagen zwischen 12,50 € und 15,50 € kalt pro Quadratmeter. Im mittlerweile
gefragten Oberbilk wird zurzeit eine Wohnung in der
Nähe eines Bordells für 13 Euro/ Quadratmeter Kaltmiete angeboten.
Aber auch Stadtteile wie Friedrichstadt und Flingern
sind gefragt, denn der Trend in die Nähe der Innenstadt ist ungebrochen.
Der RDM macht Vorschläge, wie dem Wohnungsmangel abgeholfen werden kann.
Zunächst sei bei vielen Politikern und Bürgern „das Bild vom Sozialmieter
völlig falsch: Es sind Senioren, die aus großen Einheiten umziehen möchten, aber
keine kleine bezahlbare Wohnung finden.“ Düsseldorf habe Top-Unternehmen, „und
da kommt eine junge Familie hierher, beide gut ausgebildet, er Berufsstarter,
sie vielleicht schwanger, will später arbeiten, die brauchen eine preisgünstige
geförderte Wohnung“, macht Schnorrenberger deutlich.
Er empfiehlt, dass die Stadt Grundstücke nicht so teuer wie möglich verkauft,
sondern in Erbpacht vergibt, wie das bereits die Diakonie in Kaiserswerth gemacht hat, und auch in der Weißen Siedlung
in Golzheim herrscht Erbpachtrecht. Der Bauherr kann
so billiger bauen, damit wird auch die Miete geringer.
Ein Kostentreiber sind zudem Tiefgaragen und Stellplätze, „bei Senioren- oder
Studentenwohnungen blanker Unsinn“, das treibe nur die Kosten hoch. Die Stadt
müsste also ihre Satzung für die Ablösesummen der Stellplätze ändern.
Hochhäuser sind zwar möglich, so die Makler, aber kaum mit preiswerten
Wohnungen. Denn die Baukosten liegen höher, zudem sind wegen des Baurechts
größere Freiflächen rundum nötig, was zu einer geringeren Zahl von Wohnungen
führt als bei fünf Stockwerken.
Jo Achim Geschke
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