8. Juli 2008 - 16:35 Uhr wz

BKA: Düsseldorf ist NRW-Drogenhauptstadt

Landesweit gibt es die meisten Drogendelikte. Im bundesweiten Vergleich liegt die Landeshauptstadt auf Platz vier.


In Düsseldorf sind 4000 Menschen von harten Drogen, zum Beispiel Heroin, abhängig. (Foto: dpa)

Wiesbaden/Düsseldorf (dpa). Düsseldorf ist in Nordrhein-Westfalen die Stadt, in der pro Kopf die meisten Drogendelikte registriert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Bundeskriminalamts zur Kriminalstatistik 2007.

Danach kamen auf 100000 Düsseldorfer Bürger im vergangenen Jahr 636 von der Polizei festgestellte Drogendelikte aus Klein- und Großhandel mit den verbotenen Drogen. Bundesweit rangiert die Landeshauptstadt damit hinter Frankfurt, Hannover und Augsburg auf Rang 4.

Landesweit wird Düsseldorf gefolgt von Bonn (596) und Köln (578). Mit deutlichem Abstand folgen Oberhausen (442), Mönchengladbach (436), Bochum (412) und Krefeld (401). Am wenigsten Drogenvergehen stellten die Ermittler in Duisburg (251) und Gelsenkirchen (229) fest. Die Kriminalisten haben in ihrer Auswertung nur Städte über 200000 Einwohnern berücksichtigt.

In Düsseldorf werde die Drogenszene mit 4000 Abhängigen harter Drogen intensiv bekämpft, sagte eine Polizeisprecherin. Entsprechend viele Delikte würden auch aufgedeckt. Hinzu komme die Rolle Düsseldorfs als Verkehrs-Drehscheibe mit einem internationalen Flughafen und der verstärkte Einsatz gegen Cannabis. „Cannabis ist mit seinem immer höheren Wirkstoffgehalt keine weiche Droge mehr und wird von uns stärker bekämpft als früher.“ 40 bis 50 Prozent der Drogendelikte in der Statistik seien auf Cannabis zurückzuführen.

 

Düsseldorf: Drogenstadt Nr. 4


Düsseldorf (gök/sg) In Düsseldorf wurden 2007 landesweit die meisten Drogendelikte registriert. Das ergibt eine Statistik des Bundeskriminalamts, das die Drogenkriminalität in Städten mit mehr als 200000 Einwohnern untersuchte.


Bundesweit rangiert Düsseldorf (636 Delikte je 100000 Einwohner) damit hinter Frankfurt, Hannover und Augsburg auf Rang vier, in NRW folgen auf die Landeshauptstadt Bonn (596 Delikte) und Köln (578), dann mit deutlichem Abstand Oberhausen (442) und Mönchengladbach (436). In Duisburg und Gelsenkirchen stellten die nordhrein-westfälischen Drogenfahnder die wenigsten Delikte fest.


Die Statistik, die Düsseldorf zur Drogenhauptstadt von NRW macht, erschreckt im Polizeipräsidium niemanden. Im Gegenteil. „Sie belegt, dass wir die Drogenszene in der Landeshauptstadt intensiv und erfolgreich bekämpfen“, sagte eine Polizeisprecherin. Rauschgiftvergehen sind so genannte Kontrolldelikte - je mehr kontrolliert wird, desto höher sind die Fallzahlen, ebenso die Aufklärungsquote: Sie stieg im vergangenen Jahr auf über 88Prozent.


Im Auge haben die Düsseldorfer Fahnder nicht bloß die etwa 4000 Konsumenten harter Drogen, die in der Landeshauptstadt leben und sich mit den verbotenen Substanzen versorgen. Die geografische Lage begünstigt Düsseldorf auch als Umschlagplatz. Geschmuggelt wird vor allem auf dem Landweg aus den Niederlanden - hier neben den so genannten harten Drogen vor allem Cannabis-Produkte, also Haschisch und Marihuana.


Weil das auch in Nordrhein-Westfalen immer öfter in Gewächshäusern gezüchtete Cannabis deutlich mehr süchtig machendes Tetrahydrocannabiol (THC) enthält als natürliche Pflanzen, „betrachten wir Cannabis längst nicht mehr als weiche Droge. Der Handel mit diesen Produkten wird genauso intensiv wie der mit Heroin und Kokain“, so die Polizeisprecherin.


Der von Jahr zu Jahr steigende THC-Gehalt macht Fachleuten vor allem deshalb Sorge, weil er den Konsumenten die Hemmschwelle zum Übergang auf eben jene harten Drogen erleichtert. Bei jüngst entdeckten Marihuana-Plantage in Neuss und Düsseldorf waren Pflanzen mit einem Gift-Gehalt von fast 30 Prozent beschlagnahmt worden.

 

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Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.158
Datum: Mittwoch, den 09. Juli 2008
Seite: Nr.3