Viele Junge trinken mehr

 

 

    Alkoholkonsum nimmt besorgniserregend zu

 

 

        Berlin. Bei vielen Elf- bis 15-Jährigen in Deutschland steigt

        der Alkoholkonsum einer Suchtstudie zufolge besorgniserregend.

        Während Jugendliche in dieser Altersgruppe generell weniger

        trinken, gibt es eine kleinere, stetig wachsende Gruppe, die

        überproportional viel trinkt, wie die Deutsche Hauptstelle für

        Suchtfragen am Donnerstag in Berlin aus ihrem Jahrbuch Sucht

        2008 zitierte. Demnach trinkt rund ein Viertel der Jugendlichen

        mindestens einmal im Monat bis zum Rausch.

 

 

        Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD),

        wies darauf hin, dass das Problem des starken Alkoholkonsums vor

        allem bei 17-Jährigen zunehme. Dadurch ergebe sich auch eine

        andere Gesamtentwicklung: So sei die bei den 12- bis 17-Jährigen

        getrunkene Alkoholmenge auch insgesamt wieder gestiegen, sagte

        Bätzing. dpa

 

 

          AGT

 

 

 

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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 21)

Datum: Freitag, den 25. Januar 2008

Seite: 47

 

Viele Studenten greifen regelmäßig zur Flasche: Laut einer Studie soll jeder dritte in Deutschland ein Alkoholproblem haben.

Von TORSTEN SCHULTZE

Ein Bild mit Symbolcharakter: Studenten greifen häufig zum Alkohol.
Foto: Markus van Offern

Lieber sturzbetrunken auf einer Party als konzentriert im Hörsaal: Schon seit Jahrhunderten hält sich hartnäckig das Klischee des trinkfreudigen Studenten. Laut einer aktuellen Studie handelt es sich dabei aber keinesfalls nur um böse Nachrede: Jeder dritte Student in Deutschland soll ein Alkoholproblem haben. EXPRSS ging der Sache an der Heine-Uni nach.

„Ich stehe kurz vor dem Abschluss, habe viel Streß. Klar, ausschweifende Zechgelage gehören für mich zu einem gelungenen Wochenende – zwischen all den Prüfungen muss man doch auch mal abschalten.“ Matthias ist 28, studiert Jura. Hochprozentigen Alkohol konsumiert er viel und häufig: „Etwa eine halbe Flasche Jägermeister und einige Bier können es verteilt auf einen Abend schonmal werden – am Wochenende. Dann bin ich sehr gut dabei.“

44 Prozent der männlichen und 19 Prozent der weiblichen Studenten konsumieren regelmäßig Alkohol in einer schädlichen Höhe. Dabei vernachlässigen sie nicht selten ihre Arbeit. Das ergab eine Studie, die das Institut für Seelische Gesundheit in Mannheim in Kooperation mit der Universität Münster an 1130 Studenten durchführte. Auch eine EXPRESS Umfrage in Düsseldorf stützt die These: Die wenigsten befragten Studenten waren dem Alkohol abgeneigt. Besonders kräftig wird am Wochenende getrunken.

„Wenn schon, denn schon“, sagt Philip (20), der Politik und Geschichte auf Bachelor studiert. „Ich trinke zwei bis drei Mal im Monat, dann aber richtig“ Simon (20) sieht das ähnlich: „Ich trinke am Wochenende, insgesamt höchstens eine Flasche Whisky. Ist doch nicht viel!“ Tanja (24) hat ein lockeres Verhältnis zur Uni: „Studienzeit, das istPartyzeit. Man ist ja nur einmal jung!“

Die Studie aus Mannheim räumt ein, dass Studenten schon immer gern in geselliger Runde tranken. Doch zuletzt habe sich die Entwicklung verschärft. Diplom-Sozialpädagoge Jürgen Riemer von der soziopsychologischen Beratungsstelle der Uniklinik Düsseldorf: „Der erhöhte Alkoholkonsum ist als ein Zeitphänomen zu bewerten, das in Hochschulen aufgrund der Kumulation der betroffenen Altersgruppen besonders sichtbar wird.“ Exp.28.1