Politiker fordern Hartz IV-Erhöhung wegen Preisschub
Hamburg (dpa) - Angesichts der
erwarteten Preissteigerungen bei Lebensmitteln haben Politiker von SPD und
Grünen eine Erhöhung der Hartz-IV-Sozialleistungen
gefordert.
Der SPD-Sozialexperte Ottmar Schreiner sagte der "Bild"-Zeitung
(Dienstagausgabe): "Hartz IV ist nicht mehr existenzsichernd, weil es keinen Anpassungsmechanismus
gibt, der sich an den Lebenshaltungskosten orientiert. Wenn jetzt die
Lebensmittelpreise überproportional steigen, verringert sich der reale Wert von
Hartz IV stark. Deswegen muss jetzt erst recht eine
Korrektur vorgenommen und Hartz IV erhöht
werden."
Der Grünen-Sozialexperte Markus Kurth sagte der Zeitung:
"Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent zeigen deutlich, dass der Hartz-IV-Regelsatz erhöht werden muss."
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Dokument erstellt am 31.07.2007 um 10:24:02 Uhr
Erscheinungsdatum 31.07.2007
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Steigende Lebensmittelpreise - Politiker fordern Hartz IV-Erhöhung
Hamburg/Passau (ap/dpa) - Angesichts der erwarteten Preissteigerungen bei
Lebensmitteln haben Politiker von SPD und Grünen eine Erhöhung der Hartz-IV-Sozialleistungen gefordert. Der
SPD-Sozialexperte Ottmar Schreiner sagte der "Bild"-Zeitung:
"Hartz IV ist nicht mehr existenzsichernd,
weil es keinen Anpassungsmechanismus gibt, der sich an den
Lebenshaltungskosten orientiert." Der Grünen- Sozialexperte Markus Kurth sagte der Zeitung:
"Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent zeigen deutlich, dass der Hartz IV-Regelsatz erhöht werden muss." |
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Kein Nachschlag bei Hartz IV
Regierung will Belastung durch steigende Preise nicht
ausgleichen / Sätze werden 2008 neu erhoben
Von Markus Sievers
Langzeitarbeitslose müssen die Mehrausgaben durch steigende
Lebensmittelpreise selbst tragen. Union und SPD lehnten Forderungen nach einem
Ausgleich für Hartz-IV-Empfänger strikt ab.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wies entsprechende
Vorschläge als „absurd“ zurück. Das Haus von Arbeitsminister Franz Müntefering
(SPD) meinte, es bestehe kein Handlungsbedarf.
Dagegen betonte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die
Regierung dürfe die Betroffenen mit dem drastischen Preisanstieg etwa von
Milch, Butter oder Rind- und Schweinefleisch nicht alleine lassen. „ Hartz-IV- und Sozialhilfeempfängern darf nach Ansicht des DGB
durch Inflation keine weitere Senkung ihrer sowieso äußerst gering bemessenen
Kaufkraft zugemutet werden“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der
FR. Dies gelte „grundsätzlich und nicht erst seitdem sich der Preisauftrieb
wieder leicht beschleunigt“.
Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband (PWV) rief die
Politik auf, durch höhere Leistungen Armut zu verhindern. „Hartz
IV muss um mindestens 20 Prozent erhöht werden, um den Menschen die Existenz zu
sichern“, erklärte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen
Wohlfahrtsverbandes. Auf eine Korrektur pochten ebenfalls die Sozialpolitiker
Ottmar Schreiner (SPD) und Matthias Kurth (Grüne) sowie
Linkspartei-Fraktionsvize Klaus Ernst. „Wenn jetzt die Lebensmittelpreise
überproportional steigen, verringert sich der reale Wert von Hartz IV stark. Deswegen muss jetzt erst recht eine
Korrektur vorgenommen und Hartz IV erhöht werden“,
zitierte die Bild-Zeitung Schreiner.
Dagegen meinte CDU-Generalsekretär Pofalla,
Maßstab für das Arbeitslosengeld II könne nicht der Preis von einzelnen
Produkten sein. Auch eine Sprecherin des Arbeitsministeriums wies darauf hin,
dass einzelne Preiserhöhungen nicht zwingend für einen Trend stünden.
Anstieg wie die Rente
Die Grundförderung für Hartz-IV-Empfänger
ist im Juli um zwei Euro oder 0,6 Prozent auf 347 Euro erhöht worden. Dieser
Betrag soll den Lebensunterhalt sichern. Hinzu kommt Geld für Unterkunft und
Heizung sowie für den Bedarf etwa von Schwangeren oder Behinderten. Basis für
den Regelsatz ist die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe von 2003, die im
kommenden Jahr neu erhoben wird. Dabei ermittelt das Statistische Bundesamt die
Ausgaben in Geringverdienerhaushalten. In den Jahren zwischen den Erhebungen
steigt die Grundförderung wie die Renten. Damit bleibt die Erhöhung regelmäßig
deutlich hinter dem Preisanstieg zurück. Dazu sagte der PWV-Hauptgeschäftsführer
Schneider: „Die Orientierung an den Renten gehört abgeschafft.“
Unterdessen hat die Zahl der Hartz
IV-Empfänger ungeachtet der rückläufigen Arbeitslosigkeit laut Angaben des
Deutschen Landkreistags einen neuen Höchststand von 7,4 Millionen Menschen
erreicht. Seite 11
GHARTZ
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Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 176)
Datum: Mittwoch, den 01. August 2007
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