Politiker jubeln wieder über tolle . Doch nicht alle
Bürger jubeln mit. Denn viele sind immer noch arbeitslos Es werden zwar auch
Stellen geschaffen, doch die sind meist auf Zeit und schlecht bezahlt.
Politiker jubeln wieder über tolle Arbeitsmarkt-Zahlen. Doch nicht alle
Bürger jubeln mit. Denn viele sind immer noch arbeitslos – und viele sind mit
ihrem Job ganz und gar nicht zufrieden. Das ist verständlich, denn nicht alle
neuen Stellen sind gute Stellen.
Welche Jobs sind entstanden? In den vergangenen zwölf
Monaten sind 692000 sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden. Das klingt
super. Allerdings haben viele Firmen Leiharbeiter eingestellt, die oft 20
Prozent weniger Geld erhalten als vergleichbare Festangestellte. 23 Prozent der
neu geschaffenen Stellen entfielen in den letzten zwölf Monaten auf die
Zeitarbeit. Das ist ein sehr hoher Anteil. Immerhin stellen Unternehmen
mittlerweile öfter neues Personal direkt an statt Leihkräfte anzuheuern. So entfielen
im Dezember 34 Prozent der neuen Arbeitsplätze auf Zeitarbeit.
Gibt es mehr Vollzeitstellen? Ja. Dank des kräftigen
Wirtschaftswachstums haben Unternehmen in jüngster Zeit 440000 zusätzliche
Vollzeitjobs geschaffen. Die Zahl der Teilzeitjobs ist im Jahresvergleich um
250000 gestiegen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung – in den vergangenen
zwei Jahrzehnten ist Vollzeitbeschäftigung stark zurückgegangen.
Wie sieht es bei Minijobs aus? Diese Beschäftigungsform hat
sich in den letzten Jahren rasant verbreitet. Inzwischen gibt es über 4,8
Millionen Menschen, die ausschließlich einen 400-Euro-Job haben. Ihre Zahl ist
seit 1999 um mehr als eine Million gestiegen. Die Minijobs haben einen
ordentlichen Beitrag zur hohen Erwerbstätigkeit geleistet – und der neue kann verkünden: „Seit der Wiedervereinigung waren
in Deutschland in einem April niemals mehr Menschen in Beschäftigung.“ Den
Betroffenen ist aber oft nicht nach Jubeln zumute.
Was ist das Problem? Minijobber erhalten maximal 400 Euro
im Monat, viele verdienen noch weniger. Davon kann kein Mensch leben. Zudem
sind die Stundenlöhne oft sehr niedrig: 86 Prozent der Minijobber erhalten
Niedriglöhne von weniger als 9,50 Euro pro Stunde im Westen und weniger als
6,07 Euro im Osten. Das hat das Institut für Arbeit und Qualifikation an der
herausgefunden. Die Einkommen sind also meist mini – für die Arbeitszeit gilt
das nicht unbedingt. Die Arbeitszeit der Minijobber beträgt im Schnitt ein
Drittel einer Vollzeitstelle, so das Forschungsinstitut der Bundesagentur für
Arbeit (IAB). Die meisten Minijobber sind Frauen, viele arbeiten im
Einzelhandel, in der Gebäudereinigung oder in der Gastronomie.
Aber gerade Mütter wollen doch oft nur eine 400-Euro-Stelle! Für manche mag das stimmen, nicht jedoch für die Mehrheit. Zwei Drittel der Minijobberinnen würden gern länger arbeiten – und mehr verdienen. Bei den Frauen mit einem regulären Teilzeit-Job möchte jede zweite ihre Arbeitszeit aufstocken. Dies gilt für Ungelernte wie für höher Qualifizierte. Angesichts der drohenden schlummert hier ein riesiges Potenzial. Damit Frauen ihren Erwerbswünschen näher kommen, müssten Politik und Firmen in Weiterbildung investieren und mehr gute Kinderbetreuungs-Einrichtungen anbieten.
1.6.11
http://www.fr-online.de/wirtschaft/nicht-alle-jubeln/-/1472780/8510344/-/index.html
Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von
Arbeitslosen.