Wohnungseinbrüche in
NRW steigen deutlich an
Düsseldorf (hüw) Im vergangenen Jahr wurden in
Nordrhein-Westfalen 25029 Wohnungseinbrüche registriert. Das waren 1878 Fälle
oder 8,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahlen nannte Innenminister Ingo
Wolf (FDP) bei der Vorstellung der neuen Kriminalstatistik. Viele
Wohnungseigentümer seien zu leichtfertig und ließen entweder Fenster oder
Balkontür offen, wenn sie das Haus verließen.
POLITIK SEITE A4
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Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.53
Datum: Donnerstag, den 04. März 2010
Seite: Nr.1
Einbrüche seltenaufgeklärt
NRW-Innenminister Ingo Wolf hat gestern die
Kriminalstatistik für 2009 vorgelegt. Sein Fazit: „Wohnungseigentümer machen es
Einbrechern oft viel zu leicht.“ Die Aufklärungsquote liegt nur bei 14 Prozent.
VON DETLEV HÜWEL
DüsseldorF Bei Mord und Totschlag konnte die Polizei
in NRW im vergangenen Jahr fast jeden Täter ermitteln. Die Aufklärungsquote
betrug 94 Prozent. Wie Innenminister Ingo Wolf (FDP) bei Vorlage der
Kriminalstatistik für 2009 erläuterte, ging die Zahl dieser Delikte von 146 im
Jahr 2006 auf 99 im vorigen Jahr zurück. Rückläufig war demnach auch die Zahl
der schweren Körperverletzungen. Sie sank von 36936 (2007) auf 36005. Auch hier
sei die Aufklärungsquote mit 81 Prozent erfreulich hoch, sagte Wolf.
In sogar 88 Prozent aller Fälle von üblen Nachstellungen (Stalking)
konnten die Täter ermittelt werden - ganz überwiegend Männer, aber auch 18
Prozent Frauen. Bei 70 Prozent dieser Straftaten gab es zwischen Täter und
Opfer eine Vorbeziehung.
Erfolgreich war die Polizei auch beim Überführen von Vergewaltigern - mit 1726
Fällen war gegenüber 2008 ein Anstieg von 4,7 Prozent zu verzeichnen. Bei den
Raubdelikten (Anstieg um 1,2 Prozent auf 14330 Fälle) konnte immerhin jede
zweite Straftat an Rhein und Ruhr aufgeklärt werden.
Ganz anders die Wohnungseinbrüche. Hier wurde 2009 nur jede siebte Tat
aufgeklärt. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl dieser Delikte um 8,1 Prozent
auf 25029 an. Viele Betroffene machten es den Kriminellen zu leicht, sagte der
Innenminister. So blieben Kellerschächte ungesichert oder Balkon- und
Fensterflügel „auf Kipp beim Verlassen der Wohnung. Noch immer funktioniere der
Trick, mit einer Scheckkarte die Haustür aufzumachen. Wenn beim Einbruch keine
Fingerabdrücke hinterlassen würden, seien die Täter nur schwer zu ermitteln.
Deshalb betrage die Aufklärungsquote nur 14 Prozent. Allerdings sei - über
einen längeren Zeitraum gesehen - die Entwicklung stark rückläufig: Gegenüber
dem Höchststand von 1995 mit über 40000 Wohnungseinbrüchen in NRW seien diese
Delikte um 38 Prozent zurückgegangen.
Ein „historischer Tiefstand“ (Wolf) ist laut Kriminalstatistik beim Diebstahl
von Kraftfahrzeugen zu verzeichnen. Wurden 2005 noch mehr als 11000 Fälle
gemeldet, so waren es im vergangenen Jahr „nur“ noch 7570. Das ist ein Rückgang
um 34 Prozent. Als Hauptgrund nannte Wolf die Ausstattung der Kfz mit
Wegfahrsperren, Alarmanlagen und verbesserten Türschlössern. Dementsprechend
sank auch die Zahl der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen, und zwar von 126114
(2005) auf jetzt 86667. „Das Auto ist kein Tresor“, betonte der Minister.
Wertsachen sollten nicht im abgestellten Fahrzeug gelassen werden.
Eine Aufklärungsquote von 77,3Prozent konnte in NRW bei Betrügereien mit dem
Internet erzielt werden. Der starke Anstieg innerhalb eines Jahres von 25880
auf 54881 Fälle ist laut Wolf vor allem damit zu erklären, dass es allein bei
einem einzigen Betrugsverfahren um 7000 Einzelfälle geht. Angestiegen ist auch
die Computerkriminalität (plus 14 Prozent) auf 15541 Fälle, bei denen es unter
anderem um das Ausspähen von Daten geht. Der Betrug mit gestohlenen Debitkarten
(etwa Sparkassenkarte) lag mit 3921 Fällen um 77 Prozent unter dem Stand von
2005 (13020).
Insgesamt sei die Bereitschaft der Bürger gewachsen, kriminelle Vorkommnisse
der Polizei zu melden, sagte Wolf. Hierbei spiele die immer stärker genutzte
Möglichkeit eine wichtige Rolle, Anzeige per Internet zu erstatten.
- /DETLEV HÜWEL
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Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.53
Datum: Donnerstag, den 04. März 2010
Seite: Nr.4
Düsseldorf - Stadt der Diebe
Erstmals seit fünf Jahren liegt die Zahl der
Wohnungseinbrüche wieder bei weit über 2000. Mehr als 40000 Diebstähle hat die
Polizei voriges Jahr stadtweit registriert, bei denen ein Schaden von über 41
Millionen Euro entstand. Auch viele Betrüger haben Düsseldorf als Arbeitsstätte
entdeckt.
VON STEFANI GEILHAUSEN
Es war ein junger Düsseldorfer, der die Bilanz der Polizei um über 3000 Fälle
verschlechterte. Der 29-Jährige hatte im Internet Schnäppchen-Adressen und
Rezepte angeboten und von den ahnungslosen Nutzern seiner Seite plötzlich
84Euro Jahresgebühr verlangt.
Der Posten des Jung-Unternehmers fällt in der Kriminalstatistik unter die 3642
Fälle von Leistungsbetrug. Dass er ermittelt ist, bedeutet eine
Aufklärungsquote von knapp 100Prozent. Auch sämtliche Fälle im Deliktsbereich
Kapitalanlagenbetrug sind geklärt worden - allen 710 stehen im Zusammenhang mit
dem insolventen Fischeier-Züchter Caviar Creator.
Auf Aufklärungserfolge wie im Betrugsdezernat können die Einbruchsfahnder nicht
verweisen. Auch sie haben es häufig mit dicken Fischen zu tun, mit
professionellen Einbrecherbanden aus Südosteuropa etwa. Aber nur die wenigsten
davon lassen sich erwischen. Und weil die Täter immer professioneller werden,
musste Kriminaldirektor Jürgen Schneider gestern erstmals seit fünf Jahren
wieder von mehr als 2000 Einbrüchen berichten. „Jahrelang waren wir mit unserem
gezielten Konzept gegen Wohnungseinbruch besser als alle vergleichbaren Städte
- jetzt sind wir wieder auf dem selben Niveau“, bedauerte auch Polizeipräsident
Herbert Schenkelberg. NRW-weit seien die Einbruchszahlen gestiegen, erklärte
Schneider. „2009 war das ganze Jahr über Saison.“
Dass 40Prozent der mehr als 2254 Taten im Versuchsstadium stecken blieben,
rechnet Schenkelberg der guten polizeilichen Aufklärungs- und Beratungsarbeit
zu. Doch ein Einbrecher, der an einer gut gesicherten Wohnung scheitere, suche
weiter, bis er fündig werde. In gut 220 Fällen, sagte Schneider, hätten die
Täter offene Fenster, Türen oder Leitern vorgefunden: „Die Bürger müssen auch
selbst ein wenig auf die Sicherheit ihres Hab und Guts achten.“
240 Einbrecher hat die Polizei voriges Jahr gefasst. Das habe gerade bei den
Profis wenig Bedeutung: „Von denen legt keiner ein Geständnis ab.“ Erschwert
werde die Fahndung auch dadurch, dass die reisenden Täter kaum Spuren
hinterließen oder sie selbst zerstörten.
Das gilt auch für professionelle Autoknacker-Banden, mit denen es die eigene
Ermittlungskommission EK KfZ zu tun hat. Doch zu
ihrer Klientel gehören auch drogensüchtige Gelegenheitstäter und jugendliche
Einheimische. Das und die hohe Konzentration von Spezialisten in der EK sorgt
seit einigen Jahren für einen deutlichen Rückgang der Fälle - der
Fahndungsdruck hat sich offensichtlich herumgesprochen. „Die
Ermittlungskommission macht tolle Arbeit“, lobten denn auch Schneider und
Schenkelberg. Obwohl auch im KfZ-Bereich die
Aufklärungsquote mit knapp über zwölf Prozent nicht gerade berauschend ist.
Ein schwieriges Jahr liege hinter der Polizei, sagte Herbert Schenkelberg. Bei
290000 Einsätzen hatten seine Beamten allein 473 Demonstrationen zu bewältigen
- zusätzlich zu den personalintensiven Einsätzen in der Altstadt, beim Fußball
und „an allen Brennpunkten der Stadt, an denen wir, wie versprochen, Präsenz
gezeigt haben.“
- /STEFANI GEILHAUSEN
Überblick 2009
Straftaten gesamt 79864
Anstieg zum Vorjahr + 5468
Aufgeklärt 84,83 %
ermittelte Verdächtige 25397
davon Düsseldorfer 59,8%
Tötungsdelikte 6
davon aufgeklärt 100%
Banküberfälle 4
davon aufgeklärt 100%
Körperverletzung 5120
davon aufgeklärt 83,48 %
(sg) Von 316 jugendlichen Kriminellen, die seit drei
Jahren im Projekt „Gelbe Karte“ von Polizei, Jugendamt und Staatsanwaltschaft
gemeinsam einen „Schuss vor den Bug“ erhielten, seien 224 „strafrechtlich nie
wieder in Erscheinung getreten“, berichtete Polizeipräsident Herbert
Schenkelberg gestern. „Das Projekt trägt ganz offensichtlich Früchte.“
Das gilt auch für die Intensivtäter, also gewalttätige Jugendliche, die
innerhalb eines Jahres mit mindestens fünf Straftaten aufgefallen sind. Um sie
kümmern sich Polizei, Jugend- und Sozialamt, Jugendgerichtshilfe,
Staatsanwaltschaft und andere Partner gezielt in so genannten Fallkonferenzen.
34 davon hab es voriges Jahr, und 21 der Täter haben
seitdem keine neuen Delikte mehr auf dem Kerbholz. Zwölf, weil sie nicht mehr
straffällig geworden sind - und neun, weil ihnen die Gelegenheit zum Rückfall
fehlte: Sie sind inzwischen im Gefängnis. „Die Fallkonferenzen sind ein
aufwändiges Instrument,“ sagte Schenkelberg. „Aber
jeder Jugendliche, den wir so auf den richtigen Weg bringen, ist den Aufwand
wert.“ Deshalb sollen auch die Konferenzen fortgesetzt werden.
Gleichwohl sind rund 21Prozent aller Diebstähle, Vermögens- und
Rohheitsdelikte, Sexual- und anderer Gewaltverbrechen von Kindern, Jugendlichen
und Heranwachsenden begangen worden. Die unter 14-Jährigen fielen besonders bei
Diebstählen (320 Fälle) auf, 134 wurden bei Rohheitsdelikten wie Raub als Täter
ermittelt. Jugendliche (14 bis 18Jahre alt) waren in 641 Raub- und 979
Diebstahls-Fällen die Täter.
Vielfach handele es sich dabei um jugendtypische Delikte, erklärte
Polizeisprecher Wolfgang Wierich. Dass das unter
Jugendlichen als „Abziehen“ bezeichnete Wegnehmen von Handys und
Markenklamotten juristisch ein Raub sei, „das ist vielen aber gar nicht klar“. Der
Anteil der Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) ist mit knapp über zehn Prozent
der Fälle vor allem bei Vermögens- und Fälschungsdelikten hoch.
Justitias Arbeit
Wenn Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam die gelbe Karte zeigen, dann ist
das eine gute Sache. Die Zahlen belegen: So mancher Jugendliche wird durch den
Warnschuss derart abgeschreckt, dass er sich künftig gesetzestreu verhält.
Intensivtätern freilich, von denen es zurzeit etwa 200 polizeibekannte
gibt, ist mit Warnungen nicht beizukommen. Sie tauchen nämlich nicht bloß bei
den minder schweren Delikten auf, sondern sind auch an Verbrechen beteiligt.
Ein Fünftel der schweren Straftaten in Düsseldorf ist von Jugendlichen unter
21Jahren begangen worden - und einen beträchtlichen Teil dieser knapp 5400
Taten hat eine vergleichsweise kleine Gruppe von Tätern begangen. Sie von der
Straße zu holen, ist nicht nur Sache der Polizei - sondern Aufgabe der Justiz.
STEFANI GEILHAUSEN
- /STEFANI GEILHAUSEN
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.53
Datum: Donnerstag, den 04. März 2010
Seite: Nr.19
Kriminalität : Der tägliche Krimi
Düsseldorf, 03.03.2010, Andrea Krebs nrz
Düsseldorf. Mord, Diebstahl, Schlägereien, die
Kriminalstatistik 2009 glänzt nicht, Anstieg auf fast 80 000 Straftaten.
Allerdings, durch die erhöhte Präsenz auch in der Altstadt sank die
Straßenkriminalität. Die Beamten wurden 2009 zu 290 000 Einsätzen gerufen.
Den täglichen Krimi schreiben die Polizeimeldungen: Hinter
den verschlossenen Türen einer Mietwohnung an der Mauerstraße finden die
Beamten im August 2009 drei Leichen - die des 44-jährigen Familienvaters, die
der 27-jährigen Ehefrau und Mutter und die, des vierjährigen Sohnes. Welche
Szenen sich in den Räumen abgespielt haben, dringt nicht an die Öffentlichkeit,
auch, weil die Polizei die Hinterbliebenen schützen will und muss. Nur so viel:
Die Eltern haben offenbar das Schicksal ihres von Geburt an
schwer behinderten Wunschkindes nicht mehr ertragen können - das Paar
brachte zunächst gemeinsam seinen Sohn um, dann tötete der Diplom-Ingenieur
seine Ehefrau, schließlich beendete der Vater sein Leben. Diese Tragödie, über
die im vorigen Hochsommer die halbe Stadt sprach, titelt die gestern
veröffentlichte Kriminalstatistik als „Totschlag und Töten auf Verlangen”.
Insgesamt werden dort eben diese drei Menschen aufgeführt, zwei weitere wurden
ermordet, eine ältere Dame starb, weil ihre Tochter sie nach einem Sturz viel
zu spät ins Krankenhaus brachte: „unterlassene Hilfeleistung” heißt das im
Beamtendeutsch.
Immer mehr Körperverletzungen
Sechs Zahlen - im Jahr zuvor waren mit 18 Menschenleben drei
Mal so viele Opfer zu beklagen - die in dem statistischen Werk fast schon als
Randnotiz bezeichnet werden könnten: 79 864 Straftaten beschäftigten die
Beamten im Vorjahr, knapp 5500 mehr als noch 2008, „aber immer noch auf
Augenhöhe mit vergleichbar großen Städten”, betont Polizeipräsident Herbert
Schenkelberg.
Dabei fallen zwei Drittel aller Taten in die Kategorien
Diebstahl, Vermögens- und Fälschungsdelikte. Was sich vom reinen Sprachgebrauch
her unspektakulär liest, hinterließ einen Schaden, der an den italienischen
Jackpott erinnert: fast 92 Millionen Euro!
Besonders schmerzhaft im Anstieg ist auch die Zahl der
Körperverletzungen, die mit einem Plus von 399 auf 5120 Fälle im vergangenen
Jahr den höchsten Wert seit 2004 erreichte. Der Leiter der Direktion
Kriminalität, Jürgen Schneider, erklärt das auch so: „Die Fähigkeit, Konflikte
verbal auszutragen, ist kaum mehr vorhanden.” Der Experte zeichnet noch ein
Lehrstück für die vermehrten Wohnungseinbrüche (von 1950 auf 2254) auf. „Die
verbesserte Technik macht es Einbrechern schwerer, aber ein Profi hört nicht
auf.” Er geht von Tür zu Tür, Fenster zu Fenster, bis es klappt. Dabei werden
nur elf Prozent (2006: 15%) aufgeklärt, weil die Täter immer „besser” würden,
sie vermeiden es, Spuren zu hinterlassen.
40 Außenspiegel in einer Nacht abgetreten
Ganz im Gegensatz zu einem 65-jährigen Rentner, der den
Falschparkern in seiner Straße mit einem Schraubenzieher zeigte, was er davon
hält und seine aufgestaute Wut am lackierten Blech ausließ. Er, wie auch die
Jugendlichen, die nach einer langen Nacht „mal eben” an 40 Autos die
Außenspiegel abtraten, sind mit dafür verantwortlich, dass auch die Zahlen der
Sachbeschädigungen (mit 6623 ein Plus von 628) die Statistik nicht zum Glänzen
bringt.
http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/Der-taegliche-Krimi-id2671902.html
Kriminalitätsstatistik 2009 express
Düsseldorf ist die Hauptstadt der Einbrecher und Betrüger
Von MARC HERRIGER
Düsseldorf –
Während es starke Rückgänge bei Gewaltverbrechen und
Diebstählen gibt, ist die Zahl der Wohnungseinbrüche exorbitant gestiegen. Und
auch für Betrüger ist Düsseldorf weiter ein beliebtes Pflaster. 2009 hat es
7,33 Prozent mehr Straftaten gegeben als 2008. 79.864 Verbrechen wurden
registriert.
Der Anstieg geht auf das Konto der Einbrecher und Betrüger.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um rund 15 Prozent (2254 statt 1950).
Damit nähert man sich den Rekordwerten aus dem Jahr 2003 (2622) wieder an. Im
letzten Jahr gab es statistisch alle vier Stunden einen Einbruch. Nur elf
Prozent konnten überhaupt aufgeklärt werden. „Für die Opfer ist das eine
schlimme Belastung“, weiß Schenkelberg.
Warum die Taten so explodiert sind, darüber rätseln die
Experten. Da auch in ganz NRW die Einbrüche zugenommen haben, tippt die Polizei
auf Profi-Banden, die bei uns ihr Unwesen treiben. Ein Zahlentreiber in der
Statistik war 2009 ein Internet-Betrug.
3.400 Anzeigen gab es gegen einen Homepagebetreiber, der mit
Kochrezepten lockte. Sobald man eins anklickte, hatte man ein kostenpflichtiges
Abo an der Backe. Dazu hat die Rheinbahn 2009 genau 47 Prozent mehr
Schwarzfahrer erwischt. Alles in allem sind die Zahlen bei den Straftaten, die
den Menschen am meisten Angst machen (Raub, Taschendiebstahl, Vergewaltigung)
teilweise deutlich zurückgegangen.
Zum Beispiel bei Mord und Totschlag. Es gab nur 6 Fälle. Der
tragischste Fall taucht zweimal in der Statistik auf: Ein Ehepaar tötete ihren
behinderten Sohn (Mord), der Mann dann seine Frau (Totschlag) und sich selbst.
Ein toller Erfolg für die Polizei: Die Zahl der
Autoaufbrüche ging ganz stark zurück (minus 18,5 Prozent). Zu verdanken ist
dies der Arbeit der Superschnüffler von der Kommission KfZ.
http://www.express.de/regional/duesseldorf/duesseldorf-ist-die-hauptstadt-der-einbrecher-und-betrueger/-/2858/1198134/-/index.html
3. März 2010 - 20:01 Uhr wz
Polizei besorgt: Es wird wieder mehr eingebrochen
von Dieter Sieckmeyer
Zahl der Straftaten ist 2009 gestiegen. Kurios: Besser
gesicherte Wohnungen führen zu steigenden Fall-Zahlen.
Wohnungseinbrecher machen der Polizei Sorgen. Um genau 304
Fälle stieg die Zahl der Anzeigen im vergangenen Jahr an. (Foto: dpa)
Düsseldorf. Die Zahlen sind nicht dramatisch, machen
der Polizei aber doch Sorgen. 79 864 Straftaten wurden im vergangenen Jahr
gemeldet. Das sind über 5000 mehr als noch 2008. Damit wurde der positive Trend
der vergangenen Jahre erst einmal gestoppt.
Wie Polizeipräsident Herbert Schenkelberg am Mittwoch bei
der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2009 erklärte, sei vor allem der
Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen auffällig.
Insgesamt hat die Polizei über 290.000
Einsätze gefahren, darunter 473 Mal bei Demonstrationen.
Hier hatte die Düsseldorfer Polizei sehr erfolgreich
gearbeitet. Schenkelberg: „Unter vergleichbaren Großstädten hatten wir einen
Spitzenwert erreicht.“ Mit genau 2254 Wohnungseinbrüchen (2008: 1950) sei man
im vergangenen Jahr wieder auf einem vergleichsweise normalen Niveau
angekommen.
In mehr als 40 Prozent aller Fälle bleibt es beim
Einbruchs-Versuch
Allerdings relativierte Schenkelberg die hohe Zahl: „Mehr
als 40 Prozent der Einbrüche sind Versuche.“ So kommt er zu der kuriosen
Feststellung, dass die bessere technische Sicherung vieler Wohnungen auch zu
höheren Fall-Zahlen führe: „Der Einbrecher hört erst auf, wenn er erfolgreich
ist. Scheitert er, dann geht er weiter und sucht sich einen neuen Tatort.“
Eigentumsdelikte machen ohnehin den Löwenanteil unter den
Straftaten aus. Allein auf die Diebstähle entfallen fast 47 Prozent aller
angezeigten Delikte. Der Anstieg der Gesamtkriminalität ist vor allem auf die
Fälle von Betrug zurückzuführen, die um fast 4500 auf insgesamt 15 288
anstiegen.
Auf 656 Verfahren sind die Ermittlungen gegen die Firma Caviar Creator wegen Anlagebetrugs angewachsen.Weitere
3446 Anzeigen entfielen auf eine Bande, die über das Internet zunächst
kostenlos Kochrezepte anbot. Die sollten dann allerdings plötzlich
kostenpflichtig sein. Wer nicht bezahlen wollte, wurde massiv unter Druck
gesetzt.
Tod einer ganzen Familie ging auch den Beamten nahe
Keine Verschlimmerung gibt es dagegen bei den schwersten
Straftaten – Mord und Totschlag. Sechs Straftaten gegen das Leben wurden im
vergangenen Jahr verübt, so wenig wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Zum
Vergleich: Im Jahr davor waren es 18, 2007 musste 16 Mal eine Mordkommission
gebildet werden. Bis auf eine Ausnahme handelte sich ausschließlich um
Beziehungstaten. Das heißt, Täter und Opfer kannten sich schon. Ein Fall ging
auch erfahrenen besonders Beamten nahe: Am 13. August töteten Eltern ihren
behinderten vierjährigen Sohn und schieden dann selbst aus dem Leben.
http://www.wz-newsline.de/?redid=773649
Kriminalstatistik BKA: