Koalitionsverhandlungen
Berlin (RPO).
Die FDP will in den Koalitionsverhandlungen mit der Union die Abschaffung von Hartz IV verlangen. "Wir wollen Hartz
IV durch ein leistungsfreundlicheres und arbeitsplatzschaffendes
Bürgergeld ersetzen", sagte der Finanzexperte der Liberalen, Hermann Otto
Solms.
Die
Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und FDP
Solms wird als künftiger Bundesfinanzminister gehandelt. Er
verwies in der Zeitung "Die Welt" zudem darauf, dass es auch in
der Union Befürworter eines solchen Systemwechsels in der Sozialpolitik gebe.
Union und FDP haben tief in der Nacht die erste Runde der
Koalitionsverhandlungen in der NRW-Landesvertretung in Berlin
beendet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zum Auftakt die drei Partner der
künftigen schwarz-gelben Regierung daran erinnert, dass dieses nun die
"Wunschkoalition" sei, von der sie alle immer wieder gesprochen
hätten. Das berichteten Teilnehmer der Koalitionsrunde
unserer Redaktion. Merkel mahnte CDU, CSU und FDP, von diesem Begriff möge
sich jeder auch in Zeiten leiten lassen, in denen es "mal nicht so
einfach" sei.
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Die Ergebnisse der Hartz-IV-Studie im Detail
Durch die Abschaffung von Hartz-IV
droht nicht unbedingt Streit: In der Vergangenheit hatten sich etwa auch
Thüringens Nochministerpräsident Dieter Althaus (CDU) und der Direktor des
Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar, für die Einführung
eines Bürgergelds ausgesprochen.
Sozialleistungen zusammenführen
Die Einführung eines Bürgergelds hätte nach den Plänen der FDP
zur Folge, dass alle Sozialleistungen, die sich aus Steuern finanzieren,
zusammengefasst werden. Dazu zählt die Partei das Arbeitslosengeld II
einschließlich der Leistungen für Wohnen und Heizung, das Sozialgeld, die
Grundsicherung im Alter, die Sozialhilfe, der Kinderzuschlag und das Wohngeld.
Solms verspricht sich von der Reform weniger Bürokratie, eine
geringere Missbrauchsquote sowie stärkere Anreize zur Arbeitsaufnahme.
"Mit dem Bürgergeld können die Betroffenen ein jeweils höheres
Nettoeinkommen erzielen", sagte er.
Am Dienstag treffen sich die ersten Arbeitsgruppensitzungen, um die Details der ersten Koalitionsrunde zu vertiefen. Zehn Themenbereiche von der Steuer- bis zur Außenpolitik werden nun zunächst von den Fachleuten erörtert. Die nächste Spitzenrunde soll am Donnerstag stattfinden.
http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/766708/FDP-will-Hartz-IV-abschaffen.html
Koalitionsverhandlungen
Nachrichten,
06.10.2009, DerWesten
Berlin. Die Liberalen pochen in den Koalitionsverhandlungen
auf die Abschaffung von Hartz IV, heißt es in einem
Medienbericht. Ersatz soll ein "leistungsfreundlicheres und arbeitsplatzschaffendes Bürgergeld" sein. Auch die
Möglichkeit zur Online-Durchsuchung soll schon bald Vergangenheit sein.
Die FDP will in den Koalitionsverhandlungen mit der Union an ihrer
Wahlkampf-Forderung nach Abschaffung von Hartz IV
zugunsten eines Bürgergelds festhalten. Der als neuer Finanzminister gehandelte
Hermann Otto Solms verwies in der «Welt» darauf, dass es auch in der Union
Befürworter eines solchen Systemwechsels in der Sozialpolitik gebe. «Wir wollen
Hartz IV durch ein leistungsfreundlicheres und arbeitsplatzschaffendes Bürgergeld ersetzen», bekräftigte
Solms.
Die Einführung eines Bürgergelds hätte nach den Plänen der FDP zur Folge,
dass alle steuerfinanzierten Sozialleistungen zusammengefasst werden. Dazu
zählt die Partei das Arbeitslosengeld II einschließlich der Leistungen für
Wohnen und Heizung, das Sozialgeld, die Grundsicherung im Alter, die
Sozialhilfe, der Kinderzuschlag und das Wohngeld.
«Die Leistungen werden beim Bürgergeld grundsätzlich pauschaliert gewährt
und von einer einzigen Behörde, dem Finanzamt, verwaltet», heißt es im
FDP-Wahlprogramm. Die Aufnahme einer eigenen Erwerbstätigkeit solle mit dem
Bürgergeld «stärker gefördert und anerkannt» werden als bisher. Bei Ablehnung
einer zumutbaren Arbeit soll das Bürgergeld gekürzt werden.
Solms verspricht sich von der Reform weniger Bürokratie, eine geringere
Missbrauchsquote sowie stärkere Anreize zur Arbeitsaufnahme. «Mit dem
Bürgergeld können die Betroffenen ein jeweils höheres Nettoeinkommen erzielen»,
sagte er.
Der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn hat gefordert, dass im Rahmen
der Koalitionsverhandlungen das Gesetz über die Kompetenzen des
Bundeskriminalamts «zurückgedreht» wird. «Wir möchten das System wieder
umdrehen. In letzter Zeit hat der Staat die Bürger unter Generalverdacht
gestellt und in ihre Rechte eingegriffen, indem er sie abgehört oder ihre Computer
ausgespäht hat. Wir wollen nicht, dass es Angriffe auf Privat-PC
gibt«, sagte Hahn der »Frankfurter Rundschau«.
Verärgert reagierte der FDP-Politiker auf Ankündigungen aus der Union, bei
derartigen Themen keine Zugeständnisse machen zu wollen. «Ich habe das Gefühl,
dass die Kollegen der Union in den letzten Jahrzehnten keine
Koalitionsverhandlungen mehr geführt haben. Sie können nur verlieren.
Verhandlungen bedeuten, dass jeder auf dem Weg zum Kompromiss von seinen
Positionen abgeben muss», sagte er.
Der FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn ist Justizminister und stellvertretender
Ministerpräsident von Hessen. In den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene
gehört er der Arbeitsgruppe Innen und Recht an.
Der FDP-Politiker Andreas Pinkwart
betont den Wunsch der Liberalen nach einer Veränderung im Gesundheitsfonds.
(Foto: ap)
Die FDP setzt nach der ersten Koalitions-Verhandlungsrunde von Union und
Liberalen weiter auf Veränderungen im Gesundheitsfonds. «Wir suchen nach einem
Weg, damit wir Wahlfreiheit bei Therapie und Arzt sowie Bezahlbarkeit des
Gesundheitssystems wieder zusammenbringen», sagte der stellvertretende
FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart dem
ARD-«Nachtjournal» am Dienstagmorgen in Berlin. Der Gesundheitsfonds, wie ihn
die große Koalition aufgelegt hat, sei dazu nicht geeignet. «Jetzt geht es in
den Arbeitsgruppen darum, eine bessere Lösung gemeinsam zu erarbeiten», fügte
er hinzu.
Die erste Verhandlungsrunde habe in einer sehr offenen, entspannten und gleichzeit engagiert konzentrierten Atmosphäre
stattgefunden. «Das zeigt, dass hier zwei Seiten zusammengekommen sind, die
keinen kleinen gemeinsamen Nenner suchen, sondern die wirklich zu den großen
Problemen unseres Landes auch große Lösugnen
erarbeiten wollen», sagte Pinkwart.
Die FDP will in den Koalitionsverhandlungen mit der Union deutliche
Einsparungen im Bundeshaushalt erreichen. «Auch die CDU wird sehr schnell
erkennen, dass der einzige Weg aus der Krise über eine Steuerreform und eine
intelligente Ausgabenprüfung führt», sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete und
Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Otto Fricke, laut «Bild»-Zeitung. «Nur so
werden Wachstum und Beschäftigung möglich und sichern langfristig unsere
Finanzen.» Die Haushaltspolitik der Großen Koalition habe im Ergebnis «schwarze
Löcher» und «rote Zahlen» gebracht.
Unterstützung kommt vom Präsidenten des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages (DIHK), Hans-Heinrich Driftmann. «Nur eiserne
Haushaltsdisziplin ermöglicht die notwendigen Reformen, die wir für Wachstum
und Beschäftigung jetzt brauchen», sagte er. «Alle staatlichen Ausgaben gehören
auf den Prüfstand.» Steuersenkungen und knappe Kassen seien kein Widerspruch.
Die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP werden heute mit den
ersten Arbeitsgruppensitzungen fortgesetzt. Zehn Themenbereiche von der Steuer-
bis zur Außenpolitik werden nun zunächst von den Fachleuten erörtert. Die
nächste Spitzenrunde soll am Donnerstag stattfinden.
Nach der ersten Verhandlungsrunde hatten sich beide Seiten am Montagabend
zuversichtlich gezeigt, dass eine zügige Einigung möglich ist. Bisher sind die
Gespräche bis zum 18. Oktober terminiert. Die Kabinettsvereidigung könnte
bereits in der konstituierenden Sitzung des Bundestags noch vor Ende des Monats
erfolgen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will spätestens bis zum 9. November,
dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, fertig werden. (ap/ddp)
http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/10/6/news-135863011/detail.html