Heroinabgabe in Karlsruhe vor dem Aus

Von Mirko Knoche

Karlsruhe. Dem Karlsruher Modellprojekt zur Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige droht die Einstellung. Das gab Karlsruhes Bürgermeister Harald Denecken (SPD) bekannt und macht dafür die Bundesregierung verantwortlich. Die große Koalition stellt die Finanzierung des Heroinmodells zum Jahresende ein. Die Karlsruher Stadtverwaltung sieht sich nun nicht mehr in der Lage, das Projekt zu unterhalten.

Mit »Empörung und Verärgerung« reagierte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Mittwoch auf ein Schreiben Deneckens, in dem er über die Kündigung des Versorgungsvertrages informiert. In der Ambulanz der AWO werden die Suchtkranken mit synthetischem Heroin versorgt. Denecken meint, es sei nicht tragbar, die jährlich 360000 Euro kostende Heroinversorgung alleine zu finanzieren. Die AWO will nun »alles daransetzen«, für die 18 Heroin- und 58 Methadonpatienten eine Lösung zu finden.

31.07.2008 / Inland / Seite 5 jw

size=2 width="100%" align=center>