Karlsruhe. Dem Karlsruher Modellprojekt zur Abgabe von
Heroin an Schwerstabhängige droht die Einstellung. Das gab Karlsruhes
Bürgermeister Harald Denecken (SPD) bekannt und macht
dafür die Bundesregierung verantwortlich. Die große Koalition stellt die
Finanzierung des Heroinmodells zum Jahresende ein. Die Karlsruher
Stadtverwaltung sieht sich nun nicht mehr in der Lage, das Projekt zu
unterhalten.
Mit »Empörung und Verärgerung« reagierte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am
Mittwoch auf ein Schreiben Deneckens, in dem er über
die Kündigung des Versorgungsvertrages informiert. In der Ambulanz der AWO
werden die Suchtkranken mit synthetischem Heroin versorgt. Denecken
meint, es sei nicht tragbar, die jährlich 360000 Euro kostende Heroinversorgung
alleine zu finanzieren. Die AWO will nun »alles daransetzen«, für die 18
Heroin- und 58 Methadonpatienten eine Lösung zu finden.
31.07.2008 / Inland / Seite 5 jw