Grüne: Mehr für Wohnungen und Klima

10.12.2012 | 16:41 Uhr

Am Donnerstag wird im Rat entschieden, welche Gebühren die Düsseldorfer im nächsten Jahr zahlen, welche Eintrittspreise erhöht, welche Zuschüsse für Kultureinrichtungen gekürzt und wie viel bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Zur großen Haushaltsdebatte haben gestern die Grünen ihre Anträge vorgestellt - wohl wissend, dass, wie bisher, ihre Anträge von der CDU/FDP-Mehrheit abgelehnt werden.

 „Wir zeigen damit ja, dass wir es anders machen können“, meint dazu Fraktionsgeschäftsführerin Miriam Koch.

Der dramatischen Verknappung von bezahlbaren Wohnungen wollen die Grünen mit einem breitem Förderungsprogramm entgegensteuern, das mindestens 170 Sozialwohnungen zusätzlich pro Jahr ermöglicht. Da das Land mehr Zuschüsse zahlt, könnten allein dadurch jedes Jahr 70 geförderte Wohnungen gebaut werden, so Fraktionssprecher Norbert Czerwinski. Zudem soll die Stadt ein eigenes Förderprogramm mit zehn Millionen Euro auflegen, mit dem jährlich zinsgünstige Darlehen vergeben werden. Ein Konzept, wie die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWD) mit rund sieben Millionen Euro circa 100 Einheiten jährlich hochziehen könnte, soll jetzt von der Stadt erarbeitet werden.

„Wenn allerdings, wie vom Kämmerer vorgesehen, die Stadt Immobilien für rund 15 Millionen teuer verkaufen will, ist das kontraproduktiv“, betont Grünensprecherin Iris Bellstedt, denn das treibe nur die Preise hoch.

Für die insgesamt 1620 städtischen Gebäude waren 200 000 Euro für Energieeinsparung vorgesehen - ausgegeben wurde nichts, kritisiert Bellstedt. Im Klimaschutzprogramm der Stadt standen fast vier Millionen bereit, ausgegeben wurden lediglich knapp 119 000 Euro. Die Grünen wollen die ursprünglichen Summen auch ausgegeben sehen. „Die Stadt zahlt rund 30 Millionen Euro an Energiekosten, da sind Einsparungen um 12 Millionen Euro möglich“, betont Bellstedt. allerdings seien 4,2 Millionen Euro aus dem Posten Instandhaltung herausgenommen worden.

Der Haushalt 2013 der Stadtspitze sei ohnehin „nicht ehrlich“, kritisiert Czerwinski, wenn Messe, IDR und Stadtsparkasse Millionen in den Etat einzahlen sollen. „Es ist eine Frage von Gerechtigkeit und Zusammenhalt in der Stadt, wenn Sachen wie der Kö-Bogen als unantastbar gelten, aber einzelne Schulen nicht saniert werden, was Eltern dann nicht mehr nachvollziehen können.“

Jo Achim Geschke

http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duesseldorf/gruene-mehr-fuer-wohnungen-und-klima-id7379863.html