RP, 02.04.2003: Buscafe für Wohnungslose und Suchtkranke wie
geplant geschlossen / "Hilfe statt Vertreibung" vertagt
"Ein Stück Düsseldorf, das leuchtet"
Nach einem halben Jahr hat das Buscafe an der Unteren Rheinwerft wie
geplant seine Türen für bedürftige Menschen geschlossen.
Das im Herbst 2002 kurzfristig von Armenküche und dem Straßenmagazin
"fiftyfifty" initiierte Projekt, dass durch Spenden und städtische
Gelder finanziert wurde, bot in der kalten Jahreszeit täglich bis
zu 130 Wohnungslosen und Suchtkranken Getränke und eine beheizte Anlaufstelle.
Die Besucher im Alter von 14 bis 56 Jahren wurden auch einmal pro Woche
medizinisch versorgt. Streetworker der Altstadt-Sozialarbeitsstelle "aXept"
berieten die Männer und Frauen und vermittelten sie an Fachdienste
der Wohnungslosen- und Suchtkrankenhilfe weiter. Dominikanerbruder Wolfgang
Sieffert, Vorsitzender der Altstadt-Armenküche, zieht eine positive
Bilanz. Der hohe Zuspruch habe gezeigt, wie groß der Bedarf an einem
Zufluchtsort in der Altstadt sei. "Auch die Passanten haben überwiegend
positiv auf die soziale Einrichtung reagiert. Viele Bürger haben spontan
eine Spende abgegeben." Aus diesem Grund ist ein dauerhaftes Angebot dieser
Art im Gespräch. Ins Schwärmen geriet der Ordensbruder über
die Zusammenarbeit zwischen Armenküche, fiftyfifty und der Stadt.
"Dies ist ein Stück Düsseldorf, dass leuchtet." Die Idee des
Inittiativkreises Armut war in nur zwei Monaten verwirklicht worden.
Wenig erhellend war der Bericht aus dem Unterausschuss Obdachlosenhilfe
zum Konzept "Hilfe statt Vertreibung". Alfred Syska (SPD) erklärte
gestern, mit der Verwaltungsvorlage sei der Unterausschuss nicht zufrieden.
Bei der nächsten Sitzung Anfang Juni werde man aber einen Beschlussvorschlag
machen. ge/hbr
NRZ, 1.04.2003
Kontakt und Wärme im Obdachlosenbus
HILFSPROJEKT / Provisorium erwies sich als beliebte Anlaufstelle in
den kalten Monaten. Projekt endete gestern. Mitte April ist der neue Treff
in der Harkortstraße fertiggestellt.
Von außen ist das Buscafe ´ ein Blickfang: Grün, gelb
und blau leuchtet es den Spaziergängern am Unteren Rheinwerft entgegen.
Im Inneren des ausrangierten Busses ist es eng, aber gemütlich. Die
schon etwas zerschlissenen roten Sitze sind um mehrere Tische gruppiert,
der vordere Bereich wurde zur Kaffeeküche umfunktioniert. Seit Oktober
konnten Obdachlose dort täglich von 13.30 bis 18.30 Uhr Kaffee trinken,
sich unterhalten und aufwärmen. Betreut wurden sie von Sozialarbeitern.
Gestern endete das Projekt. Planmäßig.
Ins Leben gerufen wurde das Cafe´ von der Altstadt-Armenküche,
den Streetworkern von aXept! und fiftyfifty, die es mit Hilfe der Stadt
finanzierten. "Uns war es wichtig, den Wohnungslosen in der Altstadt eine
Anlaufstelle zu geben", erklärt Wolfgang Sieffert, Vorsitzender der
Armenküche. Da sich die Öffnung eines Obdachlosentreffs in der
Harkortstraße verzögerte, griffen die Initiatoren auf den Bus
als provisorische Wärmestube zurück.
Zwischen 80 und 120 Menschen täglich nahmen das Angebot wahr.
"Probleme mit den Obdachlosen gab es trotz der Enge selten", betont Evelyn
Fleuster, eine der Betreuerinnen. Auch die Reaktionen der Passanten waren
positiv, einige brachten sogar Kuchen. Ab Mitte April können die Obdachlosen
in die Einrichtung in der Harkortstraße kommen. Die ist nun fertig.
31.03.2003 VICKY VIGENER