Vetorecht gefordert
16.08.2011 / Inland / Seite 2Inhalt
DGB und BDA gemeinsam für Eindämmung von Ein-Euro-Jobs
Gewerkschaften und Unternehmer haben von
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Eindämmung der
Ein-Euro-Jobs gefordert. »Das Mißbrauchspotenzial ist
weiterhin hoch, zumal Kontrollen selten sind«, heißt es nach Angaben der
Tageszeitung Die Welt vom Montag in einer Stellungnahme des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Gesetzentwurf über die Reform der
Arbeitsmarktinstrumente. Ein im Mai von der Bundesregierung beschlossener
Gesetzentwurf sieht bislang nur vor, die Ein-Euro-Jobs gegenüber der Vermittlung
in den regulären Arbeitsmarkt und Qualifizierung nachrangig zu behandeln.
Die Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) schreibt in einer der
Welt vorliegenden Stellungnahme: »Nur mit einem Vetorecht seitens BDA und DGB
könnten Arbeitsgelegenheiten kontrolliert eingesetzt und
Wettbewerbsbeeinträchtigungen durch öffentliche Beschäftigung vermieden werden.«
In einem Brief an die CDU/CSU-Fraktion des Bundestages werben die Tarifparteien
dem Bericht zufolge nun gemeinsam für einen Änderungsantrag zu dem Gesetz.
Demzufolge soll ein Ausschuß aus den örtlichen
Unternehmer- und Beschäftigtenorganisationen gebildet werden, »der die
kommunalen Träger hinsichtlich der Förderkontingente und der Einsatzfelder
öffentlich geförderter Beschäftigungsmaßnahmen« berät. Sofern ein Einvernehmen
nicht erzielt werden könne, sollten beide Seiten dem Vorschlag zufolge ein
Vetorecht bekommen.
Die Linkspartei unterstützt den Vorstoß. »Ein Vetorecht gegen Ein-Euro-Jobs für
die Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften in den örtlichen Beiräten der
Jobcenter ist dringend notwendig, damit reguläre Jobs nicht weiter verdrängt
werden«, erklärte Die-Linke-Arbeitsmarktexpertin
Sabine Zimmermann. »Es ist ein Pferdefuß der bisherigen Gesetzgebung, daß die regionalen Beiräte in dieser Frage kein
Mitbestimmungsrecht besitzen.«
Kritik kam hingegen von den Kommunen. »Der Konjunkturaufschwung geht an den Hartz-IV-Empfängern vorbei«, sagte Uwe Lübking
vom Städte- und Gemeindebund der Welt. Es stelle sich die Frage, was mit
denjenigen geschehen solle, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben.
»Für die brauchen wir öffentlich geförderte Arbeitsgelegenheiten.« (AFP/jW)
http://www.jungewelt.de/2011/08-16/043.php