Regierung will Zahl
der Hartz IV-Empfänger drücken
Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung plant die Bundesregierung für 2011 eine deutliche Senkung der Zahl von Hartz-IV-Empfängern und will damit 900 Millionen Euro einsparen. Die Klagewelle gegen schwillt derweil auf ein Rekordhoch an.
Sechs Jahre nach Einführung der Hartz-IV-Reformen
haben die Klagen an Deutschlands größtem Sozialgericht in Berlin einen
dramatischen Rekord erreicht. "Wir haben jedes Jahr Rekordmarken",
sagte Richter Marcus Howe im Gespräch mit der
Nachrichtenagentur dpa.
"Gingen 2005 im ersten Jahr von noch knapp 7000 Klagen ein,
werden es in diesem Jahr bis Ende Dezember voraussichtlich mehr als 30 000
neue Verfahren sein".
Die Bundesagentur für Arbeit will laut einem Medienbericht die Zahl der Hartz-IV-Empfänger 2011 deutlich senken und damit 900
Millionen Euro einsparen. Auf die Pläne hätten sich die und das Arbeitsministerium verständigt, berichtet
die "Süddeutsche Zeitung". Demnach sollen die Jobcenter im nächsten
Jahr dafür sorgen, dass im Vergleich zum Vorjahr sieben Prozent mehr der Hartz-IV-Empfänger erwerbstätig werden oder eine Ausbildung
aufnehmen.
Die umstrittenen Neuerungen bei werfen jede Menge neuer Fragen
auf. "Auch wenn das Gesetz noch nicht beschlossen ist - es wird dazu
Klagen in Größenordnungen geben", befürchtete Gerichtssprecher Howe.
Der Bundesrat hatte die Neuregelung blockiert, die ursprünglich zum 1. Januar 2011 in Kraft treten sollte. Derzeit sucht eine nach einem Kompromiss. In Berlin bekommen rund 300 000 Haushalte Hartz-IV-Leistungen. (dpa)
30.12.10
http://www.fr-online.de/politik/regierung-will-zahl-der-hartz-iv-empfaenger-druecken-/-/1472596/5051428/-/index.html