Prostitution : SPD und CDU wollen Dortmunder Straßenstrich auflösen
Dortmund, 09.02.2011, DerWesten
Straßenstrich in der Dortmunder Nordstadt.
Dortmund. Der Straßenstrich Ravensberger Straße in Dortmund soll aufgelöst werden. Das
fordern die Fraktionen von CDU und SPD in der Bezirksvertretung
Innenstadt-Nord. Der Strich ziehe einen Anstieg der Kriminalität nach sich:
zahlreiche Straftaten, verwahrloste Häuser, Drogen- und Menschenhandel seien
die Folge.
Bei einem waren sich die Mitglieder der Bezirksvertretung
Innenstadt-Nord einig: So wie es ist, geht es nicht. Das Thema, das am Mittwoch
heftig diskutiert wurde: der Straßenstrich an der Ravensberger Straße.
Für die Fraktionen von CDU und SPD in der Bezirksvertretung (BV) gibt
es nur noch eine Lösung: Der Strich muss aufgelöst werden. Da beide Parteien in
der BV die Mehrheit haben, wurde der Antrag angenommen. Zuvor gab es aber eine
lebhafte Diskussion – die Vertreter der Grünen, der Bürgerliste, der Linken und
der FDP sahen es ganz anders.
„Uns ist das Problem über den Kopf gewachsen“, gab
Bezirksbürgermeister Siegfried Böcker gestern zu.
Viele Anträge seien bereits gestellt worden, nichts davon sei umgesetzt worden,
bemängelte Thomas Bahr (CDU). Theo Schröder vom Seniorenbeirat ging noch
weiter: „Für mich sieht es so aus, als würden Polizei und Ordnungsamt ihre
Arbeit nicht machen.“
Video
Streit um Straßenstrich In Dortmund erhitzt die Platzierung eines
Straßenstrichs die Gemüter. Die Pros und Contras.
„Ich finde wir haben lange genug zugesehen“, empörte sich
Brigitte Jülich (SPD) und verteidigte den Antrag. Den Straßenstrich als
geschützten Raum anzulegen, sei ein Experiment, worauf man sich eingelassen
hätte und das gescheitert sei. Stattdessen ziehe der Strich nun einen Anstieg
der Kriminalität nach sich: zahlreiche Straftaten, verwahrloste Häuser, Drogen- und Menschenhandel seien die Folge.
Menschenwürdige Verhältnisse
Genau dagegen wehrten sich die anderen Parteien. Der Strich
sei nicht die Ursache für die menschenunwürdigen Wohnverhältnisse in einigen
Häusern oder für die illegale Prostitution. „So erbärmlich werden wir das gar
nicht gestalten können, dass die Leute nicht hierher kommen“, betonte Helmut Manz von den Linken. Es ginge darum, menschenwürdige
Verhältnisse zu schaffen.
Ob der Standort der richtige ist, müsse geprüft werden,
fordern die Grünen. Das sei ein gesamtstädtisches Problem legten auch die
Linken nach – eine Abschaffung mache keinen Sinn, dadurch würde das Problem nur
wieder im Stadtbezirk verteilt werden.
Doch SPD und CDU blieben bei der Überzeugung, dass nur eine
Auflösung die Verwaltung dazu bringe endlich etwas gegen die Kriminalität zu
tun. „Auf Ratsebene kommt dieses Ansinnen nicht weiter“, prophezeite Hans-Georg
Schwinn (Grüne).