Praxisgebühr verfehlt steuernde Wirkung und belastet
Menschen in Armut
Berlin, 09. März 2012. „Die Einführung der Praxisgebühr hat
dazu geführt, dass Menschen, die arm sind, Arztbesuche aufschieben oder
vermeiden. Für diese Gruppe muss die Praxisgebühr abgeschafft werden“, betont
Caritas-Präsident Peter Neher angesichts der aktuellen
Debatte zu diesem Thema. Der Deutsche Caritasverband hatte zum Auftakt der
Kampagne „Armut macht krank“ bereits zu Jahresbeginn vor Journalisten in Berlin
deutlich gemacht, dass die Praxisgebühr ihre steuernde Wirkung verfehlt, aber
negative Auswirkungen auf Arme habe.
Untersuchungen zeigen, dass gut Verdienende genauso oft zum
Arzt gehen wie vor der Einführung der Praxisgebühr. Bei Menschen mit wenig Geld
entfaltet sie jedoch eine abschreckende Wirkung. Sie vermeiden Arztbesuche bzw.
zögern diese hinaus, was dazu führen kann, dass Krankheiten verschleppt oder
chronisch werden.
Angesichts der aktuellen Debatte macht Neher
deutlich, dass die Abschaffung der Praxisgebühr unabhängig von den momentanen
Überschüssen der Krankenkassen zu diskutieren sei. „Es ist sicher sinnvoll,
wenn die Kassen die Möglichkeit haben, Rücklagen aufzubauen, die in
wirtschaftlich schlechteren Zeiten genutzt werden können“, so Neher.
Deswegen müsse die Abschaffung der Praxisgebühr
grundsätzlich diskutiert werden. „Sie muss sofort abgeschafft werden für
Bezieher von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung. Darüber hinaus brauchen
wir für alle Versicherten eine Alternative zur Praxisgebühr, welche die
erforderlichen Mittel zur Finanzierung des gemeinsamen Gesundheitssystems unbürokratischer
organisiert“, macht Neher deutlich.
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
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