NRW-Etat: Linkspartei
stellt Bedingungen
VON GERHARD VOOGT
Düsseldorf Die Linkspartei in NRW macht die landesweite
Einführung eines Sozialtickets für Busse und Bahnen zur Bedingung dafür, die
rot-grüne Minderheitsregierung weiterhin zu tolerieren. Diese Forderung soll
beim Landesparteitag, der am Wochenende stattfindet, in einem Antrag zum
Haushalt 2012 beschlossen werden. Das Sozialticket soll höchstens 15 Euro
kosten und nicht nur für Hartz-IV-Bezieher, sondern
für alle Menschen am Rande der Armutsgrenze zugänglich sein. „Sollte Rot-Grün
sich unbeweglich zeigen, ist die Verabschiedung des Haushalts in Gefahr“, sagte
Linken-Fraktionschef Wolfgang Zimmermann unserer Zeitung. „Die geschätzten
Ausgaben von 100 Millionen Euro sind angesichts des Haushaltsvolumens nicht zu
viel verlangt“, ergänzte Zimmermann.
Rot-Grün plant bislang Ausgaben in Höhe von 30 Millionen
Euro für ein Sozialticket, dass 29,50 Euro kosten soll.
Zimmermann nannte den Fahrausweis eine „Mogelpackung“. Sollte der Etat 2012
abgelehnt werden, wird es in NRW Neuwahlen geben. Bislang ist kein Einlenken zu
erkennen. Arndt Klocke, verkehrspolitischer Sprecher
der Grünen, erklärte: „SPD und Grüne haben sich bei der Einführung des
Sozialtickets sehr bewusst gegen eine Voll-Finanzierung vonseiten des Landes
ausgesprochen.“
Leitartikel SEITE A 2
[]
Publikation
Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe
Rheinische Post Düsseldorf
Erscheinungstag
Freitag, den 09. September 2011
Seite
1