Jeder Fünfte arbeitet
im Niedriglohnsektor
Friseure bekommen oft nur einen Niedriglohn. Foto: Lennart Preiss/dapd
Nürnberg. Jeder fünfte deutsche
Vollzeitbeschäftigte verdient weniger als 1800 Euro brutto pro Monat und fällt
damit unter die Geringverdienergrenze. Das geht aus einer Statistik der
Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Zahlen dürften von der Leyens Rentenpläne
stützen.
Gut jeder fünfte Vollzeitarbeitnehmer in Deutschland ist einem Medienbericht
zufolge im Niedriglohnsektor beschäftigt. Nach Angaben der Bundesagentur für
Arbeit verdienten Ende vergangenen Jahres 4,6 Millionen der rund 21 Millionen
sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Deutschland monatlich
weniger als 1800 Euro Brutto, wie die „Passauer Neue Presse“ berichtet. Das
entspreche einem Anteil von 22,7 Prozent.
Die Zahlen gehen aus den Antworten der Bundesagentur auf entsprechende
Fragen der Linksfraktion im Bundestag hervor.
Nach Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) liegt die sogenannte Niedriglohnschwelle
bei zwei Dritteln des Medianlohns. Nach Angaben der Bundesagentur betrug dieser
2.702 Euro monatlich. Demnach lag die Niedriglohnschwelle Ende 2010 bei etwa
1.800 Euro.
Bundessozialministerin Ursula
von der Leyen will Geringverdiener künftig mit einem Rentenzuschuss vor
Altersarmut schützen. Mit dem von der Ministerin vorgeschlagenen Steuerzuschuss
würden die Mindestbezüge auf 850 Euro monatlich angehoben und damit um bis zu
200 Euro über der Grundsicherung liegen. Voraussetzung soll eine 45-jährige
Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung sein, bei der aber
Schuljahre ab dem 17. Lebensjahr, Ausbildung-, Studien- und Krankheitszeiten
sowie Phasen von Arbeitslosigkeit und Schwangerschaft angerechnet werden.
Zugleich sollen 35 Pflichtbeitragsjahre nachgewiesen werden müssen. Weitere
Voraussetzung ist eine private Altersvorsorge wie die Riester-Rente. (dapd/afp)
Wer wie viel verdient
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