Grundsicherung : Über 85.000 Klagen
gegen „Hartz-IV“-Gesetze in NRW
Politik, 27.01.2010, DerWesten
Essen. Die Grundsicherung für Arbeit, kurz Hartz IV, bleibt ein Streitthema. Im vergangenen Jahr hat
sich die Zahl der Klagen gegen das System allein in NRW auf 87.150 erhöht, 7,6
Prozent mehr als im Vorjahr. Ein durchschnittliches Verfahren dauert etwas mehr
als ein Jahr.
Die Zahl der Klagen gegen die «Hartz-IV»-Gesetze
ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. Wie das Landessozialgericht am
Mittwoch in Essen mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 27 581 neue Verfahren
gegen die sogenannte Grundsicherung für Arbeit an den
acht Sozialgerichten des Landes gezählt. Das entsprach einem Anstieg um 7,6
Prozent gegenüber 2008. Beim Landessozialgericht in Essen gingen 2121 Verfahren
gegen «Hartz IV» ein, das war ein Zuwachs von 23,1
Prozent.
Insgesamt verzeichneten die Sozialgerichte in NRW im
vergangenen Jahr 87 150 neue Verfahren. Das bedeutete einen Anstieg von 8,7
Prozent. Im Landessozialgericht gingen 7197 neue Verfahren ein (plus 1,9
Prozent). Laut dem Landessozialgericht lag die durchschnittliche
Verfahrensdauer in den Sozialgerichten bei 12,4 Monaten. Die durchschnittliche
Verfahrensdauer beim Landessozialgericht betrug 13,2 Monate. Trotz hoher
Belastung der Gerichte entwickelte sich die Verfahrensdauer damit «erfreulich»,
hieß es. (ddp)