Bundesagentur für Arbeit
Rekord bei Hartz-IV-Sanktionen gegen Arbeitsunwillige
Langzeitarbeitslose, die Hartz IV beziehen, müssen
sich um einen neuen Job bemühen. Wer arbeitsunwillig ist oder Einkommen
verschweigt, bekommt Leistungen gestrichen. Im vergangenen Jahr traf das fast eine
Million Menschen, so die Bild-Zeitung. Ein Rekord.
Fast eine Million Hartz-IV-Bezieher
bekamen 2011 Leistungen gestrichen.
Foto: dapd
Berlin –
Da gab es den arbeitslosen Journalisten aus Berlin, der bei zwei
Vorstellungsgesprächen durchfiel und das dritte verschlief. Die Arbeitsagentur
strich ihm für drei Monate 30 Prozent seiner Hartz-IV-Stütze,
etwas über hundert Euro im Monat.
Ein Stuttgarter Handwerker bekam seine Stütze gestrichen, weil er eine
Fortbildung schwänzte. Besonders dreist war ein Arbeitsloser aus dem
Ruhrgebiet: Er erbte 240.000 Euro, wollte aber auf seine Hartz-IV-Bezüge
nicht verzichten.
Tatsächlich, so berichtet es die Bild-Zeitung unter Berufung auf die
Bundesagentur für Arbeit, gab es noch viel, viel mehr solche Fälle. 2011 hätten
die Job-Center einer Rekordzahl von Hartz-IV-Beziehern
die Leistungen gekürzt, weil sie arbeitsunwillig waren oder Einkommen verheimlichten.
Genau 912.377 Fälle gab es - über 80.000 mehr als im Jahr zuvor.
Hartz IV gestrichen weil
Meldefrist verpennt
Die meisten Strafen (582.253) seien verhängt worden, weil die Hartz-Empfänger Meldefristen nicht eingehalten hätten, also
zum Beispiel trotz Einladung nicht beim Jobcenter erschienen, berichtet die
Bild-Zeitung. In 147.435 Fällen gab es Strafen, weil die Arbeitslosen gegen
Pflichten der Eingliederungsvereinbarung verstießen.
138.312-mal wurden Strafen verhängt, weil die Betroffenen die Aufnahme oder
Fortführung einer Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildungsmaßnahme verweigerten.
Die meisten Strafen wurden in Berlin, Rheinland-Pfalz und Hamburg verhängt.
Im Durchschnitt seien die Leistungen um 115,99 Euro im Monat gekürzt worden,
so die Zeitung. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Leistung für die 3,3
Millionen Hartz-IV-Haushalte, die es im Dezember 2011
gab, betrug 807,29 Euro. Teuerster Einzelposten waren die Kosten für Miete und
Heizung. Im Schnitt bekam jeder Hartz-Haushalt dafür
330 Euro/Monat.
m Schnitt Strafen von 115,99 Euro im Monat
zuletzt aktualisiert: 11.04.2012 - 07:36
Berlin (RPO). Die Arbeitsagenturen haben im
vergangenen Jahr so viele Strafen gegen Hartz-IV-Empfänger
verhängt wie nie zuvor. Im Durchschnitt wurden die Leistungen wegen der
Sanktionen um 115,99 Euro im Monat gekürzt.
Die "Bild-Zeitung in ihrer Onlineausgabe berichtete unter
Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit, die Zahl sei von 829.375 auf 912.377
gestiegen. Die meisten Strafen wurden dem Blatt zufolge verhängt, wenn jemand
trotz Einladung nicht beim Jobcenter erschien und zwar in 582.253 Fällen.
In 147.435 Fällen gab es Sanktionen, weil die Arbeitslosen
gegen Pflichten der Eingliederungsvereinbarung verstießen. 138.312 Mal wurden
Strafen verhängt, weil die Betroffenen die Aufnahme oder Fortführung einer
Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildungsmaßnahme verweigerten.
Die meisten Strafen wurden in Berlin (4,4 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger), Rheinland-Pfalz (4,1 Prozent) und
Hamburg (3,8 Prozent) verhängt. Am wenigsten Hartz-IV-Empfänger
wurde in Bremen (2,7 Prozent) bestraft. Im Dezember bekamen die 3,3 Millionen Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften im Schnitt 807,29 Euro.
Das ist so wenig, wie nie zuvor in einem Dezember seit der
Einführung des Arbeitslosengeldes II. Im Dezember 2010 lag die Hilfssumme im
Schnitt noch bei 839,69 Euro, im Dezember 2006 sogar bei 870,26 Euro.
http://www.rp-online.de/wirtschaft/finanzen/rekordstrafen-fuer-hartz-iv-empfaenger-1.2787663
Hartz IV: Noch nie wurde so
viel geschummelt und getrickst!
Foto: vario images
11.04.2012 — 00:03 Uhr
Berlin – Erschreckende Hartz-IV-Bilanz: Im
letzten Jahr wurden gegen 912 377 Hartz-IV-Drückeberger Sanktionen verhängt – REKORD! Wie
geschummelt und gelogen wird, welche Strafen drohen, in welchen Bundesländern
am meisten getrickst wird.
Die Bilanz der Bundesagentur für Arbeit für das vergangene Jahr ist
erschreckend. Noch nie gab so viele Strafen
gegen Hartz-IV-Empfänger.
BILD nennt die Zahlen:
► Die Jobcenter haben 2011 so viele Sanktionen gegen unwillige
Langzeitarbeitslose verhängt wie nie zuvor. Die Zahl stieg von 829 375
auf 912 377. Allein im Dezember wurden 88 660
Sanktionen ausgesprochen – so viel wie in noch keinem Monat zuvor seit
Einführung von Hartz IV!
► Meistens wurden im vergangenen Jahr Strafen
verhängt, weil die Hartz-Empfänger Meldefristen nicht
eingehalten haben (582 253), also z. B. trotz Einladung
nicht beim Jobcenter erschienen. In 147 435 Fällen gab es
Strafen, weil die Arbeitslosen gegen Pflichten der Eingliederungsvereinbarung
verstießen. 138 312-mal wurden Strafen verhängt, weil die
Betroffenen die Aufnahme oder Fortführung einer Arbeit, Ausbildung
oder Weiterbildungsmaßnahme verweigerten.
► Im Schnitt wurde die Stütze im Jahr 2011 wegen der Sanktionen um
115,99 Euro im Monat gekürzt.
► Die meisten Strafen wurden in Berlin (4,4% aller Hartz-Empfänger), Rheinland-Pfalz (4,1%) und Hamburg (3,8%)
verhängt. Am wenigsten wurde in Bremen (2,7%) bestraft.
Frank P. (42) aus Berlin ist alleinerziehend (ein
Sohn, 7 Jahre) und arbeitslos.
Das Jobcenter bot dem Journalisten drei Stellen an. Bei zwei Arbeitgebern
stellte er sich vor, erfolglos. Den dritten Termin verpennte er.
Konsequenz: Für drei Monate wurden die Leistungen um 30 Prozent gekürzt.
Frank P.: „Das waren für jeden Monat 104 Euro
weniger.“ Mit einem Fachanwalt geht er juristisch gegen das Job-Center vor. Das
Verfahren dauert bereits fünf Jahre, ging durch mehrere Instanzen. P. lebt
immer noch von Hartz IV.
Doch die Statistik zeigt auch andere, zum Teil positive
Entwicklungen:
► Im Dezember zählten die Jobcenter
3,3 Mio. Hartz-IV-Haushalte (Bedarfsgemeinschaften).
Im Schnitt bekam jeder 807,29 Euro im Monat. Das ist so wenig wie nie zuvor in
einem Dezember seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II. Im Dezember 2010
lag die Hilfssumme im Schnitt noch bei 839,69 Euro, im Dezember 2006 sogar bei
870,26 Euro.
► Am meisten erhielten die Hartz-Haushalte
in Hamburg (872 Euro), am wenigsten in Thüringen (707 Euro).
► Teuerster Einzelposten in den Hartz-Leistungen
waren die Kosten für Miete und Heizung. Im Schnitt bekam jeder Hartz-Haushalt dafür 330 Euro/Monat.
► Für jeden Hartz-Empfänger zahlten
die Sozialkassen im Dezember im Bundesschnitt 436 Euro im Monat. Am meisten
„kosteten“ die Hartz-IV-Empfänger in Hamburg (479
Euro), am wenigsten die in Rheinland-Pfalz (407 Euro).